<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641</id><updated>2012-01-10T11:26:15.372-08:00</updated><title type='text'>Mein Glück auf zwei Rädern</title><subtitle type='html'>Hier möchte ich über Radtouren schreiben und ein wenig davon festhalten, was mir beim Radeln durch den Kopf geht. ;-)</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>22</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-5479431423322866656</id><published>2012-01-10T11:18:00.000-08:00</published><updated>2012-01-10T11:26:15.390-08:00</updated><title type='text'>10.01.12 Dresden – Wehlen und zurück, 67 Km</title><content type='html'>Zugegeben, so richtig glücklich bin ich nicht, als ich aufs Fahrrad steige. „Endlich mal wieder eine Radtour machen“ wäre eine gute Ansage gewesen, aber ich empfinde anders: „eine Radtour machen, weil es die einzige Outdoor-Sache ist, die geht“. Eine Frage der Anschauung – aber ich bin gerade nicht so gut darin, mir etwas vorzumachen.  Genau 12.02 Uhr ist es, als ich losfahre. Grund, mich zu freuen, hätte ich allein schon wegen meiner Resturlaubstage vom letzten Jahr, die ich momentan nehme. Zunächst war ich nur erleichtert, wollte mir gar nicht viel vornehmen, mich einfach nur erholen – endlich. Ich habe geradezu exzessiv geschlafen, wie ich das noch nie gemacht habe, bis weit in den Tag hinein. Nun, nach wieder ausschlafen – es hätte noch länger sein können – und dem Friseurtermin, der dringend fällig gewesen war, bin ich unruhig, beinahe ein bisschen panisch. Mir ist ja klar, dass nicht alles zusammen geht. Man kann nicht gleichzeitig ausschlafen und etwas vom Tag haben, nicht ausruhen und zugleich den Haushalt auf Vordermann bringen, nicht entspannen, Sport treiben, Briefe schreiben, Termine wahrnehmen…  rein rational betrachtet  ist alles klar. Wenn da nicht dieses blöde Gefühl wäre, nichts, aber auch gar nichts im Griff zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fahre über die Molenbrücke Richtung Stadtzentrum. Die Elbe führt ziemlich viel Wasser. Richtung Meißen ist der Elberadweg vermutlich stellenweise überschwemmt, deswegen fahre ich heute nach Osten aus der Stadt hinaus. Den Wind habe ich im Rücken.  Wie ich das nachher mache, wenn es heimwärts geht – mal sehen. Am Neujahrstag bin ich 30 Kilometer mit dem Rad gefahren und empfand das als angenehme Ausarbeitung. Laufen kann ich derzeit nicht, es ist wohl eine Entzündung im rechten Fuß. Radfahren im normalen Touren-Tempo geht aber problemlos. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es regnet nicht mehr, die Wolkendecke lockert auf, und die Sonne schickt ein paar Strahlen. Ich bin schon im Stadtzentrum angekommen: so schnell geht das mit dem Rad! Die Bewegung, die frische Luft und die Helligkeit heben die Laune. Was habe ich falsch gemacht? Zu viel gearbeitet, zu viel gebaut kurz vor dem Jahreswechsel, zu wenig trainiert – oder war auch das Wenige zu viel? Aber solche Überlegungen führen zu nichts. Ich kann diese Tour machen, mal sehen, wie weit ich komme.  An der Albertbrücke überquere ich zum ersten Mal die Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer. Der Holzbelag ist bei Nässe etwas rutschig und hat schon einige Leute zu Fall gebracht. Aber heute fährt es sich sehr gut darauf, und es ist angenehm, von den Autos getrennt zu sein. Dann geht es hinunter zu den Elbwiesen, und ich kann immer mal hinüber aufs Wasser schauen. Den Fluss neben mir und die Vögel über mir – da fühlt man sich gleich ganz anders, leicht und befreit. Ich fahre so zügig es geht und werde das tun, so weit es geht. Etwas wärmer hätte ich mich anziehen können, aber es wird schon gehen. Ich trage meine bequemsten Laufschuhe, um sicher zu gehen, dass nichts drückt. Ein wenig kühl und luftig fühlen sie sich an. Am Blauen Wunder vorbei, geht es Richtung Tolkewitz und Laubegast. Ein Glück, dass kein Schnee liegt und ich fahren kann!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ungewohnt ist es, wieder länger mit dem Rad unterwegs zu sein, und ein wenig Überwindung hat es mich gekostet, loszufahren. Ich weiß nicht, was für eine Strecke ich schaffen werde. Am Elberadweg gibt es immer wieder Bahnhöfe, wo ich notfalls einsteigen kann. Wochenlang war ich morgens die Erste und abends die Letzte im Büro. Dauerstress hinterlässt Spuren, macht irgendwann nur noch müde. Ein paar Tage Urlaub machen aus mir keinen neuen Menschen, aber sie können einiges bewirken, wenn sie gut genutzt werden. Nur: was ist gut?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter Zschieren endet die Stadt Dresden. Das Elbtal wird weit, das Ufer sieht natürlicher, ursprünglicher aus. Heidenau, dann Pirna: ich möchte bis in die Sächsische Schweiz fahren und bin mir nun auch sicher, das zu schaffen. Auf dem Rückweg wäre es realistisch, ab Pirna die S-Bahn zu nehmen. Da ist Pirna auch schon in Sicht: zuerst die neue, dann die alte Elbbrücke – und von dort aus weiter nach Obervogelgesang. Dort erheben sich die ersten Sandsteinfelsen am anderen Ufer. Die Strecke von Obervogelgesang nach Niedervogelgesang zieht sich für mein Empfinden schon in die Länge. Ich überhole ein paar Wanderer, und ab und an zieht ein Radfahrer an mir vorbei. Noch ein Elbbogen – ein sehr schöner, ruhiger, wo oft Raubvögel kreisen, dann müsste Wehlen kommen. Ich ersehne nun eine kurze Pause. Zunächst geht es unter dem Bahndamm hindurch zur Straße hinauf, dann ein Stückchen bergauf. Endlich die ersten Häuser, und nach einer Biegung sehe ich den letzten Anstieg vor dem Bahnhof. Eine S-Bahn fährt Richtung Dresden – aber die hätte ich ohnehin nicht genommen, noch nicht. Absteigen, Pause. Genau zwei Stunden habe ich bis Wehlen gebraucht, aber der Rückweg wird schwieriger werden. Ich habe mir nur zwei Schokoriegel mitgenommen; einer davon ist nun fällig. Ein bisschen trinken – viel mag ich nicht, das Wasser ist kalt. Für eine längere Pause ist es zu kühl. Ich vertrete mir ein wenig die Beine. Der linke Fuß ist stärker ausgekühlt als der rechte. Woran mag das liegen? Ich massiere ihn ein bisschen und steige dann wieder aufs Rad. Zunächst kommt der Wind von der Seite, aber bald weht er mir kräftig entgegen. Bis Pirna noch … das erscheint mir weit. Die Beine würden lieber noch Pause machen. Ich fahre weiter und denke an nichts mehr. Nur geradeaus, so gut es eben geht. Herunterschalten. Niedervogelgesang, endlich Obervogelgesang. Manchmal komme ich kaum von der Stelle. Meine Kondition wollte ich mir erhalten – welche Kondition? Da ist doch so gut wie nichts mehr übrig! Allmählich kommt Pirna näher, aber es ist mühselig. Am Elbeparkplatz biege ich ab Richtung Altstadt. Ich kann nicht mehr, es hat keinen Sinn … aber an geschützter Stelle fährt es sich besser. Der nächste Wegweiser führt wieder zur Elbe hinunter, geradeaus darf ich nicht fahren, Einbahnstraße. Wieder bin ich auf dem Elberadweg – und fahre weiter. Machen die Beine das automatisch – oder ist der Körper am Ende doch klüger? Will er mir gar zu einem Erlebnis verhelfen, das ich ganz gut brauchen könnte? Bis zur neuen Elbbrücke komme ich ganz gut voran. Ein paar Meter weiter, an einer Bank, halte ich an. Ziehe den linken Schuh aus und knete den Fuß durch, in dem ich so gut wie kein Gefühl mehr habe. Die Gore-Tex-Schuhe habe ich zuhause gelassen, ebenso die Überschuhe – so was Blödes aber auch. Die Kapuze an der Jacke ist eine Wohltat; die kann ich jetzt gut über der Mütze gebrauchen. Beim Weiterfahren versuche ich, den linken Fuß stärker einzusetzen und ein bisschen im Schuh zu bewegen. Heidenau… und weiter vorn sehe ich Zschieren. Das ist Dresden! Ich freue mich auf meinen Kaminofen zuhause. Etwas ist mir doch neben dem Job gelungen: mein Zimmer fertigzustellen! Mein Zimmer mit dem Kaminöfchen…  Zschieren kommt immer näher. Wann mache ich die nächste Pause? Ich schaffe es bis zur Zschachwitzer Fähre. Hier ist der nächste Schokoriegel fällig. Die Kalorien brauche ich, um bis nach Hause zu kommen. Abnehmen müsste ich, aber ich werde es nicht erzwingen. Nicht mehr zunehmen wäre auch schon ganz gut…  Ich schaffe es nicht, den linken Fuß warm und beweglich zu machen. Ein bisschen beweglicher, das muss reichen – bis zum Blauen Wunder und vielleicht auch weiter.  An den Elbwiesen bei Tolkewitz wird es noch einmal windig. Herunterschalten… da ist das Blaue Wunder zu sehen. Der Anblick stimmt mich optimistisch. Zweieinhalb Kilometer noch bis dorthin, von dort aus 6 Kilometer ins Zentrum – der Rest ist Arbeitsweg, und der geht immer…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann lasse ich das Blaue Wunder hinter mir. Rechts von mir sind die Elbschlösser zu sehen. Mein nächstes Ziel ist die Waldschlösschenbrücke. Die Sonne ist hinter dem Horizont verschwunden. Ich möchte so weit wie möglich ohne Beleuchtung fahren, um Kräfte zu sparen. In Johannstadt schalte ich sie ein, als ich zur Straße hinauf fahre. Ich nehme den Weg mit dem geringsten Anstieg. Bis zur Albertbrücke, das weiß ich vom Laufen, ist es nicht mehr weit. Die Ampel an der Brücke schaltet auf Rot, das gibt mir Gelegenheit zu einer kurzen Pause. Durchatmen. Über die schöne Fahrradbrücke zur Neustädter Seite. Als ich wieder auf den Elberadweg fahre, bin ich trotz der Kälte und der nachlassenden Kräfte gut gelaunt. Da ist das Stadtzentrum, eine Brücke nach der anderen, und hinter der Marienbrücke … Arbeitsweg, den schaffe ich noch. Es ist 16.47 Uhr, als ich mein Fahrrad zuhause einschließe. Der Rückweg hat seine Zeit gedauert. Jetzt ganz schnell aufwärmen, ausruhen und etwas früher schlafen gehen. Morgen steht Krafttraining auf dem Programm. Die Strecke nach Wehlen habe ich bisher noch nie nachgemessen: etwas mehr als 33 Kilometer sind es von mir bis dorthin. Die Gesamtstrecke hat mich geschafft, das ist aber kein Wunder. Schön war es doch  - irgendwie.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-5479431423322866656?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/5479431423322866656/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2012/01/100112-dresden-wehlen-und-zuruck-67-km.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5479431423322866656'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5479431423322866656'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2012/01/100112-dresden-wehlen-und-zuruck-67-km.html' title='10.01.12 Dresden – Wehlen und zurück, 67 Km'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-5764254144000796437</id><published>2011-06-28T09:23:00.000-07:00</published><updated>2011-06-28T09:31:30.718-07:00</updated><title type='text'>28.06.2011 Dresden - Riesa und zurück (Elberadweg), ca. 100 km</title><content type='html'>Mal wieder eine Radtour zu machen, war einer meiner größten Wünsche für meine Heimurlaubswoche. Ich fand unsere Mehrtagestour zu Pfingsten sehr schön und würde so etwas jederzeit gern wiederholen, aber mir fehlten meine „Alleingänge“. Genauso wie beim Laufen gefällt mir daran die Möglichkeit, mein Tempo, die Ziele und Gestaltung der Tour selbst zu bestimmen. Kompromisslosigkeit ist zwar eine Illusion, aber generell gehe ich Kompromisse sehr ungern ein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wecker klingelt kurz nach vier Uhr, und ich bin zunächst gar nicht begeistert davon. Aber ich weiß ja, warum ich zeitig losfahren möchte: am liebsten bin ich in den frühen Morgenstunden unterwegs. Heute kommt noch dazu, dass es sehr heiß werden soll; auch deshalb ist es sinnvoll, früh aufzubrechen. Am Vorabend habe ich mir schon die Fahrradtaschen gepackt, so dass ich wenig Zeit brauche – nur der Kaffee muss frisch aufgebrüht werden, denn ohne den geht morgens gar nichts. Es ist bereits hell draußen. Kurz vor fünf Uhr fahre ich los. Ich möchte heute nichts Neues erkunden, sondern mal wieder meine Lieblingsstrecke fahren, nach der ich mich seit Wochen sehne. Ich kürze auch nicht mit der S-Bahn ab, sondern genieße es, von zuhause aus über das Feld Richtung Kaditz und Altkaditz zu fahren. Ein paar Autos sind schon auf den Straßen und der eine oder andere Fußgänger, aber es ist noch sehr ruhig. Einfach wunderbar! Es geht unter der Autobahn hindurch. Vor einer längeren Radtour kommt bei mir immer Ferienstimmung auf, was sich durch den Anblick der Autobahn noch verstärkt: ähnlich wie bei Bahnanlagen, Zügen oder Flugzeugen denke ich ans Reisen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter Altkaditz fahre ich auf den Elberadweg, und es geht Richtung Meißen. In diese Richtung laufe ich ja oft, aber gerade deswegen wünsche ich mir, hier auch mit dem Rad unterwegs zu sein. Es ist immer reizvoll, eine Gegend auf andere Weise und in anderem Tempo zu durchqueren. Aus dem gleichen Grund gefällt mir auch eine Wanderung, ein Spaziergang oder Lauf auf einer Fahrradroute. Heute finde ich es großartig, schneller vorwärts zu kommen. Ich nehme mir aber auch Zeit zum Fotografieren, wann immer ich es möchte. Außerdem will ich notwendige Pausen nicht auslassen. Altkötzschenbroda muss alternativ durchfahren werden, weil am Elberadweg gebaut wird. Alles scheint noch zu schlafen. Das Rad rollt gerade so schön und ich verpasse das Ende der Umleitung. Ich möchte umdrehen, bemerke aber einen Radfahrer hinter mir und fahre rechts heran. Ich rechne schon damit, wegen meiner Unentschlossenheit angepöbelt zu werden – im Berufsverkehr neigen vor allem Männer zu solchen Reaktionen. Stattdessen erhalte ich den Rat, dass ich auch hier weiter Richtung Elberadweg fahren könne. Natürlich – wie konnte ich das vergessen; ich bin doch diese Strecke schon entlanggelaufen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sonne ist aufgegangen und färbt das Elbtal golden. Da ist schon die Elbbrücke von Niederwartha! Pferde und Kühe weiden auf den Elbwiesen. Mir fällt auf, dass an manchen Stellen der Boden die Wärme besser speichert als anderswo. Ich ziehe meine Jacke aus, aber dafür ist es noch zu frisch: ich muss sie wieder überziehen und ein Stück offen lassen. Noch im vorigen Jahr bin ich mit Radlerhose und normalen Sachen unterwegs gewesen. Das geht durchaus, aber da ich mir fürs Laufen Funktionskleidung zugelegt habe, nutze ich diese auch beim Radfahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Schild „Coswig – Heimatstadt der sächsischen Gesundheitsbeere“ lässt mich immer schmunzeln. Gemeint ist die Aroniabeere, die ja wohl gar nicht sächsischen Ursprungs ist – aber der Titel macht etwas her. Etwas darzustellen, bedeutet im Grunde, so zu tun als ob, und in unserer Welt geht es vor allem um Darstellung oder, mit Erich Fromm gesprochen, um Haben statt Sein. Aber ich will nicht ungerecht sein und eine Stadt verunglimpfen, die sich mit einem wohlklingenden Titel schmückt, denn immerhin gibt es hier wirklich Aroniabeeren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fahre an der Kötitzer Fähre vorbei. Bis hierher bin ich schon gelaufen, und künftig möchte ich noch weiter laufen. Aber heute geht es schneller und leichter voran. An der Elbinsel kann ich einen Reiher beobachten. In den Morgenstunden sieht man sie hier oft. Als ich weiterfahre, breitet sich das Elbtal vor mir aus – und eine Läuferin ist auf dem Weg. Einige Rennradfahrer überholen mich oder kommen mir entgegen, aber auch Männer in Arbeitskleidung und Schüler. Manche  – und das sind meist nicht die sportlichen Fahrer – fallen durch ihre seltsam zappelnden, seitwärts ausladenden Bewegungen auf dem Rad auf. Das ist für mich immer höchste Alarmstufe, denn diese Fahrer sind meist unachtsam und unkontrolliert. An Engpässen halte ich schon mal an, wenn mir so einer entgegenkommt. Ich würde das als schlechten Fahrstil bezeichnen, aber sie finden sich vielleicht besonders lässig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Halb sieben fahre ich durch Meißen und halte an dem Rastplatz hinter der Stadt, von wo aus man Dom und Albrechtsburg gut sehen kann. Hier mache ich Frühstückspause. Bei meinen letzten beiden Läufen habe ich nicht genug getrunken und war deshalb noch tagelang etwas schlapp. Außerdem habe ich den Fehler gemacht, an zwei Wochenenden nacheinander mein Laufpensum zu steigern, noch dazu in einer beruflichen Stresszeit. Es hat geklappt, aber ich möchte diese Woche kürzer treten, nach dem Motto: weniger ist mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun kommt ein ganz idyllischer Abschnitt der sächsischen Weinstraße: hübsche kleine Dörfer, gepflegte Vorgärten, Weinberge, die Elbe und das Tal. In Diesbar möchte ich die nächste Pause machen, aber alle Bänke sind im Schatten und da ist es mir noch zu kühl. Ich fahre weiter Richtung Riesa und sehe bald die silbernen Schornsteine des Chemiewerks Nünchritz. Ein Schild weist auf die Leckwitzer Schanze hin: hier gab es slawische Siedlungen, und es sind einige interessante Bodenfunde gemacht worden. Die Schanze ist noch immer ein markanter Hügel in der Landschaft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauert nicht lange, und ich sehe die Windmühle bei Grödel. Hier lege ich die Knöchelbandage an. Der linke Fuß ist etwas instabil, seit ich damit einmal umgeknickt bin, und ich habe Schwierigkeiten beim Bergantreten. Er ist aber auch so etwas wie ein Alarmknopf, wenn ich es beim Sport übertrieben habe: der letzte lange Lauf war ein bisschen grenzwertig. Die Entscheidung ist gefallen: Riesa wird mein heutiger Wendepunkt sein. Der Radweg führt nun ein ganzes Stück über einen Deich hinweg und fährt sich sehr schön. Ich spiele mit dem Gedanken, vielleicht doch bis Strehla – aber diesen Wunsch streiche ich mir gleich wieder: Von Riesa sind es noch knapp 50 Kilometer bis nach Hause, das genügt für heute. Da wollte ich doch schon wieder über die Stränge schlagen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mache noch eine kurze Pause in Moritz und fahre weiter bis zur Riesaer Elbbrücke. Jacke endgültig weckpacken, Sonnenbrille auf, nachcremen und zurück. Pralles Sonnenlicht – wie habe ich das jemals nur ohne Sportbrille ausgehalten! Und ich habe leichten Gegenwind, was sehr angenehm ist. Nun fällt mir ein, dass ich mir bereits in Diesbar vorgenommen hatte, eine längere Pause zu machen. Das hole ich bei Grödel nach. Auf der Weiterfahrt begegne ich Radfahrern mit Packtaschen, aber dennoch ist es vergleichsweise ruhig auf dem Elberadweg. Es war richtig, heute die Landstraße zu meiden, denn wochentags sind dort Lastwagen unterwegs, und die Luft ist am Wasser gewiss auch angenehmer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächste längere Pause findet in Meißen statt. Ich merke schon seit einer Weile, dass ich aus der Übung gekommen bin: die Radfahr-Muskeln sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Das möchte ich, wenn es irgend geht, wieder ändern. Bei kleinen Hügeln bin ich etwas vorsichtig und schalte so weit es geht herunter. Ansonsten fährt es sich aber gut mit der Bandage. Heute trinke ich wirklich bei jeder Gelegenheit und bei jedem kleinsten Bedürfnis danach. Diese Radtour möchte ich nicht nachträglich als Strapaze empfinden. Einmal gehe ich hinunter ans Wasser; da ist ein richtiger Strand, und es duftet auch nach danach – fast wie am Meer. So gibt es immer mal einen kurzen Halt, und nach ziemlich genau sieben Stunden komme ich zuhause an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http:///picasaweb.google.com/Bisasam64/28062011?authkey=Gv1sRgCKbK4_Xhi6-VpAE"&gt;Fotos&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-5764254144000796437?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/5764254144000796437/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/28062011-dresden-riesa-und-zuruck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5764254144000796437'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5764254144000796437'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/28062011-dresden-riesa-und-zuruck.html' title='28.06.2011 Dresden - Riesa und zurück (Elberadweg), ca. 100 km'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-5645859698196496272</id><published>2011-06-13T12:07:00.000-07:00</published><updated>2011-06-13T13:38:36.778-07:00</updated><title type='text'>13.06.2011 Schwepnitz - Dresden über Kroppen, ca. 75 km</title><content type='html'>Wieder bin ich relativ früh auf und staune über meinen Mann, der mühelos jede Nacht 10 Stunden durchschlafen kann. Aber nach einer anstrengenden Woche sei ihm das gegönnt! Ich bin viel zu aufgeregt nach all den Eindrücken und lese noch eine Weile - auch das ist ein Luxus. Und beim Blick aus dem Fenster sehe ich die Elster wieder. Die Erinnerungen an meine Omi sind da, solange ich mich hier aufhalte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz nach neun Uhr brechen wir auf – nun geht es nach Hause zurück. Wir wollen eine andere Strecke nehmen und die Königsbrücker Heide ein Stück kennenlernen. Deshalb folgen wir der mit einer Fledermaus gekennzeichneten Heidetour Richtung Ortrand über Cosel. Dieser Waldweg ist wunderschön, so dass wir eher langsam fahren und uns nach allen Seiten umsehen. Wir kommen an stillen Teichen vorbei. An den Jungfrauenteich führt auch ein Weg, so dass wir anhalten und bis ans Wasser gehen. Bald sind wir in Cosel, einem hübschen, kleinen Ort, und folgen immer weiter der Markierung Richtung Kroppen. Hier ist nun mein Mann dabei, Erinnerungen aufzufrischen – er war während seiner Armeezeit in Kroppen stationiert. Der Waldweg, den wir fahren, ist ihm ebenso bekannt wie die Strecke durch den Ort. Die Heidetour zweigt in verschiedene Richtungen ab; wir fahren weiter nach Ortrand. Heute begegnen wir schon am Vormittag einigen Radfahrern – Paaren oder Gruppen. Als wir in Böhla ankommen, wird uns bewusst, dass wir schon lange keine Wegmarkierung mehr gesehen haben, und als wir uns während einer Rast an der Karte orientieren, wird uns klar, dass wir die Heidetour verlassen haben. Zurückfahren möchten wir aber auch nicht mehr, zumal wir wissen, dass wir über Ponickau gut nach Dresden fahren können. Ein bisschen bedauern wir es, diesen Weg nicht weitergefahren zu sein. Die Königsbrücker Heide war jahrelang militärisches Sperrgebiet und ist nun ein Naturschutzgebiet, durch das man nur auf wenigen markierten Wegen wandern oder fahren kann. Wir werden sie ein andermal erkunden. Unsere Radwanderkarte „Lausitz-Östliches Erzgebirge“ führt uns über eine ruhige Landstraße nach Ponickau und weiter nach Stölpchen. In diesen kleinen Ortschaften gibt es so gut wie keine Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeiten, so dass es ratsam ist, Verpflegung und vor allem ausreichenden Trinkvorrat mitzunehmen. Beim Fahren über Hügelland verbraucht man einiges an Kalorien und muss hin und wieder etwas zu sich nehmen, wenn man leistungsfähig bleiben möchte. Morgens und abends waren wir im Hotel gut versorgt, und das war auch nötig. In Stölpchen kommen wir an eine Kreuzung. Rechts herum geht es nach Thiendorf, die Straße, die zunächst geradeaus weiter geht, aber einen Linksbogen macht, geht nach Lüttichau. Wo entlang geht es nach Sacka? Eine schmale Straße führt rechts herum bergan. Wir fahren geradeaus weiter auf einen Wald zu – und sind bald mittendrin. Meine Erinnerungen an Fahrten in dieser Gegend sind nicht mehr so gut, und wir ziehen das Navigationssystem meines Mannes zu Rate. Es zeigt uns eine Route durch den Wald, die uns ebenfalls nach Hause führt. Nach einer Weile treffen wir einen gut befestigten Waldweg – und finden unser Fledermauszeichen wieder! Erfreut folgen wir ihm und möchten so bis nach Tauscha gelangen. Wir fahren weiter über eine ruhige Straße, die schließlich eine Schnellstraße trifft. Hier bleibt uns nichts weiter übrig, als ein Stück rechts herum auf der B 98 zu fahren. Der Wegweiser Radeburg-Sacka sagt uns, dass wir richtig sind, und eine Alternative gibt es gerade nicht. Den nächsten Abzweig nach links fahren wir rein gefühlsmäßig hinunter; es gibt keinen Wegweiser. Der kleine Ort, auf den wir zufahren, ist tatsächlich Sacka. Hier folgen wir dem Hinweisschild Radeburg – Tauscha und sind bald in Tauscha angelangt. Dort fragen wir nach dem Weg nach Kleinnaundorf. Wir sollen der Hauptstraße folgen und an einem Sportplatz links abbiegen. An der nächsten Kreuzung fragen wir noch einmal und werden noch ein Stück geradeaus Richtung Radeburg geschickt. Die übernächste Querstraße links führt tatsächlich zum Sportplatz, und wir nehmen den Weg, der dort in den Wald führt. Bald verfluche ich diese kleinen Nester ohne jegliche Radwegmarkierung. Andere Strecken sind wesentlich besser beschildert. Wieder stehen wir mitten in der Heide und müssen das Navi einschalten. Tatsächlich zeigt es uns den Weg nach Kleinnaundorf/Würschnitz: wir fahren erst links und dann rechts herum. Nach einer Weile geraten wir an eine große Wegkreuzung. Hier kommen Radfahrer, die uns den Weg zum Radeburger Stausee über Würschnitz beschreiben können. Bis nach Würschnitz hinein sollen wir fahren und an der Bushaltestelle links abbiegen.  Wir finden alles wie beschrieben, folgen der Radeburger Straße und gelangen wieder an einen Waldweg, der schnurgeradeaus durch die Laußnitzer Heide führt. Wir hätten auch über die Landstraße nach Radeburg fahren können. Diese Strecke ist leicht zu finden, aber stark befahren und nicht unbedingt für Radfahrer geeignet. Der Waldweg zieht sich in die Länge. Hier sehen wir die Spuren der Verwüstung; auch hier ist der Tornado durchgekommen. Endlich endet der Wald, und wir sind am Radeburger Stausee. Es gibt noch einen kürzeren Waldweg, den wir aber verfehlt haben. Hier am Stausee ist ein Campingplatz, und es ist ziemlich unverständlich, warum es so wenig Hinweisschilder und Wegmarkierungen gibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer kurzen Rast überqueren wir auf einer Brücke die A13, wenden uns nach links, fahren weiter im Ort Richtung Bahnhof und dann Richtung Moritzburg über Berbisdorf. Erst am Ortsende von Berbisdorf beginnt an der rechten Straßenseite ein Radweg. Die restliche Strecke bis nach Hause ist uns ganz gut bekannt. In Bärnsdorf biegen wir in die Cunnertswalder Straße ein und merken bald, dass dies ein Abzweig zu früh war. Die nächste Querstraße rechts herum hätte uns direkt nach Volkersdorf geführt. Nun bleibt uns nichts weiter übrig, als durch Cunnertswalde zu fahren, einen sandigen Wald- und Wiesenweg Richtung Moritzburg zu nehmen und dann links herum nach Volkersdorf abzubiegen. Hier geht es an den Waldteichen und dem Campingplatz vorbei Richtung Boxdorf. Uns erwarten noch zwei Anstiege, die bewältigt werden müssen. Oben angekommen, machen wir das letzte Mal Pause. In Boxdorf biegen wir links ab und fahren am Waldmax ins Elbtal hinunter. Über die Moritzburger Straße und Neuländer Straße geht es nach Hause zurück, wo wir kurz vor 15 Uhr ankommen. Wir haben neue Orte gesehen und Wege entdeckt, die uns künftig reizen könnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.bikemap.net/route/1041856"&gt;Route&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-5645859698196496272?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/5645859698196496272/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/13062011-schwepnitz-dresden-uber.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5645859698196496272'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5645859698196496272'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/13062011-schwepnitz-dresden-uber.html' title='13.06.2011 Schwepnitz - Dresden über Kroppen, ca. 75 km'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-2354210742403409740</id><published>2011-06-13T11:40:00.000-07:00</published><updated>2011-06-13T13:30:22.754-07:00</updated><title type='text'>12.06. 2011 Schwepnitz-Senftenberger See-Geierswalder See - Bernsdorf - Wiednitz - Schwepnitz, ca. 83 km</title><content type='html'>Am Vorabend war ich noch lange wach und morgens zeitig wieder auf. Positive Aufregung stört mich jedoch nicht. Beim Blick aus dem Hotelzimmerfenster bemerke ich eine Elster und muss wieder an meine Omi denken und an die große weiße Porzellanelster auf ihrer Anrichte. Als Kind habe ich mich immer gewundert, warum ein Fluß – die Schwarze Elster, die hier in der Gegend fließt – ebenso wie ein Vogel heißen kann. Die Antwort kenne ich bis heute nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9.15 Uhr brechen wir Richtung Senftenberger See auf. Ab und an sehnen wir uns nach dem See. Die Fahrt von Dresden aus dorthin ist für einigermaßen geübte Radfahrer durchaus zu schaffen. Ich bin einmal – in gutem Trainingszustand – beide Strecken an einem Tag gefahren. Zeitmangel, das Ende eines Sommers und brennendes Verlangen, noch einmal im See zu schwimmen, können einen diese Distanz schon mal überwinden lassen. Tagestouren dieser Größenordnung haben den Nachteil, dass das Erleben und Genießen der Umgebung kaum möglich ist. Deswegen habe ich immer mehr Lust auf Mehrtagestouren, bei denen man die Gegend besser kennenlernt und gewissermaßen für eine Weile woanders ankommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren an der Schwepnitzer Kirche vorbei. Sie ist mit Hilfe von EU-Fördermitteln renoviert worden und ein kleines, schlichtes Schmuckstück. Die Straße führt uns nach Grüngräbchen, wo wir auf den Froschradweg treffen. Diesen Weg wollten wir am Ende unserer Tour zurück nach Schwepnitz nehmen, sind aber so davon angetan, dass wir spontan unseren Plan ändern und Richtung Wiednitz fahren. Frösche sehen und hören wir zwar nicht, aber die Gegend ist sehr reizvoll: Felder, Wiesen, Wald, romantische kleine Teiche. Als wir ein Stück geradelt sind, zweigt links ein grün markierter Weg ab, der in gutem Zustand ist. Vielleicht können wir hier abkürzen? Wir probieren es einfach aus und kommen in Sella an. Von dort aus können wir geradewegs zum See fahren – also bleibt es bei unserem ursprünglichen Plan. Der Streckenverlauf ist klar: geradeaus nach Grünwald, wo wir dem Wegweiser nach Senftenberg/Lauta folgen. Über Hohenbocka geht es nach Hosena. Hier sollte man keinesfalls rechts herum nach Senftenberg fahren, sondern weiter geradeaus zum Bahnhof. Dort hält man sich rechts, überquert hinter dem Bahnhofsgebäude die Gleise, fährt ein Stück geradeaus und an der nächsten Gabelung nach links. Dies ist der kürzeste Weg ans Wasser. Die Fahrt mit unseren bereits übermüdeten Kindern entlang der B 96 ist mir noch immer als Horrortrip in Erinnerung – damals haben wir mehr als einen Schutzengel gehabt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Stückchen fahren wir noch durch den Wald, aber auf einmal sehen wir den See vor uns. Hier geraten wir nun in lebhaften Pfingstausflugsverkehr. Zunächst fahren wir rechts herum zum Freizeitpark Großkoschen. Dort ist ziemlich viel los: Autos aus Dresden, Pirna, Meißen, sogar aus dem Erzgebirge kommen die Leute hierher. Auf den Hauptwegen durch den Freizeitpark herrscht Andrang, aber dann verteilt sich alles recht gut. Ich habe die Seeufer noch nie überfüllt erlebt; auch außerhalb des Freizeitparks gibt es genügend Badestellen. Wir stellen unsere Fahrräder am Aussichtspunkt ab. Noch sind kaum Leute im Wasser. Es ist nicht gerade heiß, knapp 21 Grad warm, das Wasser hat 20 Grad, und der Himmel ist leicht bewölkt. Zum Radfahren ist dieses Wetter ideal. Mich hält natürlich nichts auf der Liegewiese. Das Wasser ist herrlich zum Schwimmen und auch nicht zu kalt. Nach und nach kommen noch mehr Leute baden. Nachdem wir beide unsere Runden geschwommen sind, brechen wir wieder auf, denn wir haben noch einiges vor. Wir fahren ein Stück in entgegengesetzter Richtung nach Niemtsch. Auf dem Radweg, der rund um den See führt, herrscht reger Betrieb: Spaziergänger, Radfahrer und Skater sind unterwegs. Den Strand bei Niemtsch habe ich bisher nicht so gemocht, aber heute sind wir froh über den schmalen, wenig begangenen Pfad, der zum FKK-Strand führt. Hier gibt es zahlreiche kleine, geschützte Buchten. Wir finden es sehr praktisch, uns das Klamottengefummel und Handtuchhalten ersparen zu können. Das Wasser ist hier besonders klar und etwas wärmer als auf der anderen Seite, aber das Ufer ist abschüssiger, und es wird schnell tief. Auch hier bleiben wir nur zum Schwimmen und brechen bald wieder auf. Weiter geht es Richtung Brieske. Wir machen dieses Mal keinen Abstecher in diesen Ortsteil, in dem meine Großeltern und mein Vater früher gelebt haben, sondern fahren weiter nach Senftenberg. Immer wieder hat man Ausblicke auf den See, immer zeigt er sich ein wenig anders, aber seine Größe und Weite sind beeindruckend und schön, eine Wohltat für die Augen und die Seele. Die Weiterfahrt ist das immer weniger. Wir hatten vorgehabt, irgendwo Kaffee zu trinken, aber alles ist überfüllt. Großkoschen ist in Sichtweite; da kommt ein Rastplatz und ein Abzweig zum Geierswalder See, den wir nehmen wollen. Aber erst einmal machen wir Pause: zum Glück haben wir Verpflegung dabei. Danach überqueren wir die B 96 und fahren weiter nach Kleinkoschen. Bald geht es rechts herum nach Geierswalde. Um den Geierswalder See zu umrunden, hätten wir weiter geradeaus fahren müssen, was uns aber erst später klar wird. Auch diesen Weg teilen wir mit vielen Pfingstausflüglern. Irgendwann haben wir freie Sicht auf den See: eine herrliche hellblaue Wasseroberfläche, die Ufer sehen noch recht kahl und unberührt aus. Bei Geierswalde sieht man viele Zelte und einen Bootshafen. Auf dem See sind Motorboote unterwegs. Die schwimmenden Häuser hier haben mich immer sehr fasziniert, wenn ich sie auf Fotos sah. Dieser See könnte die perfekte Idylle sein, und es ist ein Jammer, mitzuerleben, wie er von Motorbooten aufgepflügt wird, die einen Höllenlärm machen. Wenn Träume zerstört werden, kann das mitunter für Gelassenheit und inneren Frieden sorgen und außerdem Energie für Neues freisetzen. Wir sparen uns den Abstecher zu den schwimmenden Häusern – dort werden wir mit Sicherheit niemals Urlaub machen. Wir fahren ein Stück aus Geierswalde hinaus, bis der Radweg nach Laubusch abzweigt. Die Kennzeichnung der Wege ist fast durchweg sehr gut. Eine ruhige Straße führt uns nach Lauta. Dort angekommen, entschließen wir uns, die Landstraße nach Torno zu nehmen und weiter nach Leipe und Bernsdorf zu fahren. Ein Kaffee wäre nun wirklich nötig, aber abseits der Touristenhochburgen ist hier rein gar nichts los. Man kann der Gegend nur wünschen, dass noch mehr Leute die bisher weniger besuchten, aber ebenfalls reizvollen Orte entdecken lernen. Wir stärken uns mit Cola und Eis von der Tankstelle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die sechs Kilometer bis Bernsdorf sind mit frischen Kräften recht schnell gefahren. Ich denke wieder an meine Großmutter und entfernte Verwandte, die wir manchmal mit ihr zusammen besucht haben. Meine Omi hat mir im Vorbeifahren immer das Denkmal für den letzten Wolf gezeigt, der hier geschossen wurde. Heute werden die Wölfe in der Lausitz wieder heimisch, was ich sehr schön finde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bernsdorf sieht fremd und anders aus, als ich es – wenn auch sehr bruchstückhaft – in Erinnerung habe. Ich hätte mich zuvor erkundigen sollen, wo genau unsere Verwandten gewohnt haben. Wir fahren weiter nach Wiednitz. Kurz bevor wir in den Ort hineinkommen, beobachten wir einen großen Graureiher. Den Froschradweg finden wir gut und genießen bald wieder die Fahrt durch den Wald. Schnell sind wir in Grüngräbchen und fahren zurück nach Schwepnitz. Wir waren beide ein wenig aus der Übung gekommen: auch meine letzte Radtour liegt einige Wochen zurück. 83 Kilometer sind – auch im Vergleich zum Vortag – eine schöne Strecke. Geringe Differenzen zwischen den Angaben meines Mannes und den Bikemap-Routen sind sicher darauf zurückzuführen, dass ich nicht jeden Wald- und Wiesenweg exakt nachzeichnen konnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.bikemap.net/route/1041537"&gt;Route&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-2354210742403409740?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/2354210742403409740/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/schwepnitz-senftenberger-see.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/2354210742403409740'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/2354210742403409740'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/schwepnitz-senftenberger-see.html' title='12.06. 2011 Schwepnitz-Senftenberger See-Geierswalder See - Bernsdorf - Wiednitz - Schwepnitz, ca. 83 km'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-8586832280403193693</id><published>2011-06-13T10:14:00.000-07:00</published><updated>2011-06-13T12:35:07.807-07:00</updated><title type='text'>11.06.2011 Dresden-Schwepnitz über Seifersdorf, ca. 50 km</title><content type='html'>Mein Mann und ich haben uns nach einer hektischen Woche zu einem Kurzurlaub in der Lausitz entschlossen. Die Wetterprognosen, die zunächst gar nicht so gut aussahen, haben sich von Tag zu Tag verbessert, so dass ich am Mittwoch Abend das Hotel gebucht habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir gegen 10.45 Uhr in Dresden starten und mit den Rädern nach Norden fahren, sind wir froh, die Stadt hinter uns lassen zu können. Stau auf der Leipziger Straße, Unmengen von Menschen auf Rad- und Fußwegen – da kann man nur noch flüchten. Es ist sonnig und ziemlich warm. An der Stauffenbergallee entscheiden wir uns, durch die Heide zu fahren. Über die Marienallee gelangen wir in den Wald und haben gleich einen langen Anstieg zu bewältigen. Aber es ist still und angenehm kühl hier. Erst nach einigen Kilometern begegnen wir einem Spaziergänger. Es wird noch einmal steiler, dann geht es hinunter ins Prießnitztal. Das Fahren bergab auf feinem Schotter ist mir unangenehm – ich habe zu tun, die Spur zu halten und vorsichtig abzubremsen. Nach uns kommen zwei Mountainbiker ziemlich rasant hinunter – sie haben die richtigen Fahrräder und Reifen. Für unsere geplante Reise sind Tourenräder insgesamt am besten geeignet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer kurzen Rast an der Kannenhenkelbrücke schieben wir die Räder aus dem Tal heraus. Dann fahren wir zur Hofewiese, wo man wieder einkehren kann. Wir fahren jedoch weiter geradeaus nach Langebrück. Dort angekommen, geht es unter der Eisenbahnbrücke hindurch und dann halblinks Richtung Grünberg, wie uns der Wegweiser zeigt. Es ist eine schmale, ruhige Straße, die an hübschen Häusern und Grundstücken vorbeiführt. Wir hoffen, dass der weitere Streckenverlauf ähnlich angenehm ist. Die ADFC-Radwanderkarte „Lausitz, Östliches Erzgebirge“ zeigt uns vorzugsweise ruhige, radfahrerfreundliche Strecken, aber in der Realität sind Radwege nicht immer gut zu finden. Oft sind es eher Feld- und Waldwege ohne Markierung oder Richtungshinweis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einer Kreuzung weist das Schild nach Grünberg links herum. Hier geht es an Feldern entlang, an denen wilde Korn- und Mohnblumen blühen. Am Himmel können wir immer wieder Raubvögel sehen. Wolken ziehen heran, es sieht gewittrig aus, aber laut Wetterbericht soll es erst abends regnen. Uns kommen ein paar Autos und Radfahrer entgegen. Wir freuen uns, unterwegs zu sein! Ich hatte zunächst befürchtet, dass eine solche Tour zu stressig ist, aber es tut gut, alle Verpflichtungen, die zu Hause immer präsent sind, hinter sich lassen zu können. In Grünberg kommen wir an eine Kreuzung mit Rastplatz, die wir bereits kennen. Hier machen wir eine längere Pause und schauen uns den weiteren Streckenverlauf auf der Karte an. Bei einer Wanderung haben wir an dieser Stelle schon einmal Rast gemacht und uns überlegt, dass man hier entlang gut in die Lausitz fahren könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun fahren wir ins Seifersdorfer Tal hinein. Das Verbotsschild dort interpretieren wir als veraltet. Bald sehen wir, was der Tornado hier vor einem Jahr angerichtet hat. Der herrliche Wald ist wie niedergemäht. Alte Bäume, junge Bäume, Sträucher liegen umgestürzt am Boden, die einst grünen Wiesen sind immer noch von Schlamm und Erde überzogen. Vieles ist inzwischen beräumt worden, Holz liegt gestapelt am Wegrand, und man sieht die Spuren der Forstfahrzeuge. Wir wollen nicht das ganze Tal durchqueren, sondern einen Weg nach Norden fahren, den wir beim Wandern gesehen haben. Es ist bedrückend, in dieser von der Katastrophe gezeichneten Landschaft unterwegs zu sein, und ich habe zunehmend ein ungutes Gefühl. Ob wir hier durchkommen? Der Weg wird schmaler und felsiger. Als der Pfad noch schmaler und steiler wird, überlegen wir, umzukehren. Ich gehe ein Stück vor, um mir den weiteren Verlauf anzusehen. Es geht dann tatsächlich weiter, so dass wir die Satteltaschen zurücklassen und die Räder ein Stück bergan tragen. Man muss jeden Schritt sorgfältig wählen, weil das Geländer heruntergebrochen ist. Deshalb ist dieser Streckenabschnitt nicht zur Nachahmung empfohlen; man nimmt besser die Landstraße nach Seifersdorf. Wir können unsere Taschen wieder aufladen, müssen aber immer noch schieben. Wir entscheiden uns, den Weg nach Norden heraus aus dem Tal zu nehmen; er ist sandig und voller großer Steine – an Fahren ist vorerst nicht zu denken. Ich hätte zuvor recherchieren sollen, ob das Seifersdorfer Tal wieder passierbar ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir bewegen uns dennoch in die richtige Richtung und sind optimistisch. Auf der Anhöhe angekommen, folgen wir dem Weg weiter und können bald wieder aufsteigen. Dann sehen wir Häuser; ein Ort kommt uns zur Orientierung gerade recht. Wir kommen an einer recht befahrenen Landstraße an – und sind in Seifersdorf! Hier fahren wir rechts herum weiter, entdecken aber bald linker Hand die Lomnitzer Straße und biegen dort ab. Lomnitz liegt in unserer Richtung. Dort angekommen, wenden wir uns Richtung Höckendorf. Die schmale Straße führt durch die Laußnitzer Heide. Herrlich ruhig und grün ist es, und wir werden nur selten von Autos überholt. Wir können uns gut unterwegs unterhalten und genießen die Fahrt. In Höckendorf können wir wählen: links herum nach Königsbrück über Laußnitz oder rechts herum über Gräfenhain. Der zweite Weg verspricht laut Karte ruhiger zu sein, obwohl er ein Stückchen weiter ist. Die Strecke ist gut ausgeschildert. Wir kommen an eine große Lichtung. Rechts von uns ist der Keulenberg ganz nahe. Das wäre auch einmal ein lohnendes Ausflugsziel. Hier finden wir einen Rastplatz, nach dem wir schon eine Weile ausschauen. Von der kleinen Bank am Waldrand aus beobachten wir mehrere Rotmilane und erfreuen uns an Ruhe und der Landschaft um uns herum. Es war richtig, hierher zu fahren! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Weiterfahrt begegnen uns einige Radfahrer. Gräfenhain ist ein ruhiger Ortsteil. Von hier sind es nur noch zwei Kilometer bis Königsbrück. Ich bin gespannt, wie wir durch diesen großen, teils sehr befahrenen Ort kommen werden. Anwohner weisen uns den Weg nach Weißbach; man fährt die Kamenzer Straße ein Stückchen Richtung Zentrum, nimmt aber die nächste Querstraße rechts. Am Lidl geht es erneut rechts herum. In Weißbach zweigt eine Straße nach Koitzsch ab. An der nächsten Kreuzung geht es links herum nach Schmorkau. Ich vermute, dass die kleine, unbeschilderte Straße geradeaus nach Gottschdorf führt. Eine Anwohnerin sagt uns, dass wir links herum fahren müssen, wenn wir nach Schwepnitz fahren wollen. So fahren wir doch über Schmorkau. Nachträglich stellen wir fest, dass die Strecke geradeaus wohl doch besser, weil ruhiger gewesen wäre. Freilich sind wir sehr dankbar über die freundlichen Auskünfte unterwegs, aber viele Leute kennen nur ihre Autostrecken und weniger die Radwege. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Schmorkau fahren wir auf die B 97. Vier Kilometer noch bis Schwepnitz, wo wir übernachten werden. Das Fahren hier ist ziemlich unangenehm. Immer wieder brausen Autos mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit vorbei. Glücklicherweise ist vergleichsweise wenig Verkehr und sie halten reichlich Abstand. Ich hasse es, auf Schnellstraßen zu fahren. Wenn man da übersehen wird, hilft auch der Helm nicht mehr. Wir sind froh, als endlich der Wegweiser nach links ins Industriegebiet kommt. Dort wollen wir hin. Wir fahren noch ein Stück am Wald entlang bis zu dem kleinen Gewerbegebiet. Das Hotel „Büka Ambiente“ befindet sich in einem Neubaublock und wird von der benachbarten Debratec GmbH betrieben. Gleich hinter dem Werksgelände liegen Felder, ein Teich und die Königsbrücker Heide. Von hier aus erreicht man zahlreiche Rad- und Wanderwege in die reizvolle Umgebung. Das Hotel ist einfach und gut ausgestattet, und wir können unsere Fahrräder einschließen. Bei Mehrtagestouren mit dem Fahrrad sollte man darauf achten, dass die Unterkünfte „fahrradfreundlich“ sind. Eine Möglichkeit zum Duschen ist wichtig, Verpflegung ist in einer strukturschwachen Gegend wie der Lausitz hilfreich und willkommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einem Spaziergang durch den Ort entdecken wir den alten Bahnhof. Ein Gedenkstein weist darauf hin, dass die Strecke von Königsbrück nach Schwepnitz im Jahr 1899 in Betrieb genommen wurde. Nun ist sie stillgelegt. Ehemalige Bahnanlagen faszinieren mich, und wir gehen ein Stück dort entlang, wo die Gleise waren – immerhin drei an der Zahl. Meine Großmutter hat oft von Schwepnitz gesprochen, sie hatte wohl Verwandte hier. Ich stelle mir vor, dass sie hier am Bahnsteig stand und auf den Zug gewartet hat. In ihrem Heimatort ist sie mit mir oft an den Bahndamm und zu den Zügen spazieren gegangen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Schwepnitzer Kirche, die für Besucher geöffnet ist, spielt jemand Orgel, und wir hören eine Weile zu. Es ist wie ein kleines Konzert, dem wir eine Weile lauschen. Ich bin glücklich und ergriffen und fühle mich reich beschenkt von diesem schönen Tag, der Landschaft, der Musik und Harmonie. Das Essen im Hotel ist gut, und der Abendspaziergang führt uns an der Heide entlang. Die Ruhe ist für gestresste Stadtbewohner geradezu erquickend. Gegen 21.30 Uhr geht die Sonne unter, und es beginnt leise zu regnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.bikemap.net/route/1040980"&gt;Route&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-8586832280403193693?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/8586832280403193693/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/11062011-dresden-schwepnitz-uber.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8586832280403193693'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8586832280403193693'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/06/11062011-dresden-schwepnitz-uber.html' title='11.06.2011 Dresden-Schwepnitz über Seifersdorf, ca. 50 km'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-452093430237958233</id><published>2011-03-28T11:21:00.000-07:00</published><updated>2011-04-04T12:45:35.086-07:00</updated><title type='text'>28.03.11 Neusörnewitz-Moritz-Zabeltitz-Nieschütz-Meißen-Dresden</title><content type='html'>Ich habe mir den heutigen Tag für eine Radtour reserviert und freigenommen. Der Wetterbericht hat schönes Wetter angekündigt, so dass meinem Vorhaben nichts mehr im Wege steht.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Kraftorte, wo man immer wieder auftanken kann. Ein solcher Ort ist für mich der Elberadweg zwischen Meißen und Riesa. Um schnell dorthin zu gelangen, fahre ich zunächst mit der S-Bahn bis Neusörnewitz. Gegen 8.35 Uhr steige ich dort am Bahnhof auf mein Rad und weiter geht es über Brockwitz hinunter zur Elbe. Bis Meißen sind es noch fünf Kilometer. Die Sonne ist schon aufgegangen, aber die Temperatur liegt um den Gefrierpunkt herum, und ich rechne damit, dass es noch ein paar Stunden dauert, bis es spürbar wärmer wird. Das riesige Angebot an Outdoor-Ausrüstung hat für jedes Problem eine Lösung. Am Sonnabend habe ich mir noch schnell im Fahrradgeschäft Überschuhe gekauft, damit mir unterwegs nichts abfriert. Sie sehen ein bisschen wie Stiefel aus und halten tatsächlich die Kälte ab. In den letzten Monaten habe ich, was solche Dinge angeht, ziemlich aufgerüstet. 9.14 Uhr bin ich in Meißen gegenüber von Dom und Albrechtsburg, will aber gleich weiter bis Diesbar fahren. Einige Kilometer hinter Meißen werden die Beine schon ein wenig schlapp. Gestern war ich joggen und will nun probieren, ob ich eine richtige Radtour am Folgetag machen kann. Vielleicht hätte ich doch einen Tag Pause gebraucht. Außerdem habe ich leichten Gegenwind. Auf dem Rückweg werde ich es besser haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorbei geht es an der Fähre nach Zehren, und danach macht die Elbe einen Bogen. Die Spargelbeete bei Nieschütz sind mit Folie bedeckt. Das waren noch Zeiten, als wir Spargel im eigenen Garten hatten! Die restlichen Kilometer bis Diesbar finde ich etwas anstrengend. Vielleicht ist das auch die Frühjahrsmüdigkeit. Bewegung im Freien ist ja das beste Gegenmittel. In Diesbar raste ich auf einer Bank in der Sonne, wo ich schon öfter Pause gemacht habe. Ich muss Kalorien zuführen – eine Banane ist genau richtig. Als ich weiter Richtung Nünchritz fahre, nehme ich schon ein wenig Abstand von der Route, die ich mir auf der Karte ausgesucht habe. Ich setze sie ins Verhältnis zu meinen letzten beiden Touren und denke mir, dass es noch zu weit ist. Nun gut, dann kehre ich eben in Riesa um und fahre zurück. Es geht durch idyllische Ortschaften und immer ist die Elbe in Sichtweite. Sie schimmert wie ein blaues Band. Der Tag wird freundlich, der Himmel ist strahlend blau, kaum Gegenwind – ideales Radfahrwetter! Rechts ist das Chemiewerk Nünchritz zu sehen. Als ich das erste Mal hier vorbei fuhr, fühlte ich mich sehr weit von zuhause entfernt. Seitdem bin ich oft während meiner Radtouren hier entlang gefahren, und die gefühlte Entfernung hat sich deutlich verringert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Chemiewerk verlässt man kurz den Elberadweg und fährt auf einem Radweg neben der Straße weiter. Hinter dem Werksgelände geht es wieder zur Elbe hinunter. Dort kann man schon Riesa auf der linken Elbseite liegen sehen. Auf der rechten Seite fällt die Windmühle bei Grödel auf. Der Radweg führt hier auf einem Damm entlang. Nur wenige Leute sind heute unterwegs, und darüber bin ich ganz froh. Gedrängel habe ich bei meinen Touren sehr ungern. Da bin ich schon in Moritz, das kurz vor Riesa liegt. Ein Weg führt zur Straße hinunter Richtung Glaubitz. Das ist der Abzweig, den ich nehmen wollte, und weil es mir noch zu früh am Tag ist, um umzukehren, fahre ich dort entlang. Ich halte mich rechts und fahre eine kleine, ruhige Landstraße entlang. In Glaubitz geht es am Bahnhof vorbei und die Hauptstraße weiter nach Peritz. Ich orientiere mich an der ADFC-Radwanderkarte „Lausitz, Östl. Erzgebirge“. Vor dem Wechsel auf die Landstraße habe ich meine Warnweste übergezogen, da ich schwarz und grau gekleidet bin. Besonders in Waldgebieten fühle ich mich damit sicherer. Die Landstraßen, die mir die Karte empfiehlt, sind fast durchweg sehr ruhig. Während meiner Fahrt nach Zabeltitz begegnen mir nur drei Lastwagen. Deren Druckwelle kann einen fast von der Straße fegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Peritz aus geht es nach Görzig, wo schon ein Schild auf den Barockgarten Zabeltitz hinweist. Die Landstraße dorthin ist in schlechtem Zustand. Zabeltitz ist ein hübscher Ort. Die Straße führt direkt zum Park. Angekommen, lese ich auf der Orientierungstafel, dass Fahrräder im Park unerwünscht sind. Schade. Gäbe es einen Fahrradständer auf dem Parkplatz, hätte ich mein Rad dort abgestellt, aber offenbar sind nur Besucher mit PKW willkommen. Vor dem Parkplatz gibt es eine Bank, wo ich Pause mache – das ist nun fällig. Es gibt ein Saft-Tee-Gemisch und ein Brötchen. Da aber überall gebaut wird, ist es recht unruhig, so dass ich bald wieder aufbreche. Vorher lege ich die Überschuhe ab und tausche die dicken Handschuhe gegen die dünnen ein. Von Zabeltitz aus sind es 20 Kilometer bis Elsterwerda, aber dorthin möchte ich heute nicht fahren. Ich halte mich rechts und fahre weiter Richtung Walda/Kleinthiemig. Schon auf der Fahrt dorthin fällt mir das viele tote Holz auf. Von Walda aus möchte ich weiter nach Kleinraschütz fahren. Ich fahre Richtung Großenhain, in der Annahme, dass dies die richtige Straße ist. Als ich die Stadt schon deutlich vor mir sehe, schaue ich noch einmal auf die Karte und stelle fest, dass ich doch nach Bauda hätte abbiegen müssen. Also geht es ein Stück zurück. Die Straße, die bald darauf nach links abzweigt, muss ich nehmen. Die Alleebäume, die einmal hoch gewesen sein müssen, sind alle abgeknickt und abgestorben. Wie zerbrochene Streichhölzer sehen sie aus – ein gespenstischer Anblick. Traktoren ziehen Holz aus dem Wald. Hier ist vergangenes Jahr zu Pfingsten der Tornado durchgekommen. Walda-Kleinthiemig und Bauda waren besonders betroffen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich komme in Kleinraschütz an, überquere eine Fernverkehrsstraße, fahre ein Stück geradeaus und dann wieder rechts. Bei Radwanderkarten muss man gut aufpassen, da die stärker befahrenen Straßen nur blass und dünn eingezeichnet sind, was in der Realität natürlich ganz anders aussieht. Ich finde die Straße nach Skassa. Manche der kleineren Landstraßen sind nicht oder nur schlecht ausgeschildert. Hier könnte ich rechts nach Nünchritz abbiegen, aber ich hatte mir für heute eine andere Strecke vorgenommen und möchte auch dabei bleiben. Es geht weiter nach Strießen. Zuvor muss ich über eine hochgewölbte Brücke eine Bahntrasse überqueren. Hier fährt die Regionalbahn nach Leipzig entlang. Die Straße nach Medersen kann ich, obwohl ich gut aufpasse, nicht finden, sondern fahre eine sehr neu aussehende Straße nach Strießen hinein und durch den Ort hindurch. Möglicherweise ist meine Karte nicht auf dem neuesten Stand. Ich bin ziemlich froh, als ich den Abzweig nach Porschütz finde, denn ich möchte mich nicht noch weiter vom Elbtal entfernen. In Glaubitz habe ich das letzte Mal zur Uhr gesehen, da war es 11.29 Uhr. Nun schaue ich absichtlich nicht nach, um nicht nervös zu werden. Ich bin schon eine ganze Weile unterwegs. Nach Porschütz geht es rechts herum bergauf. Ich habe vor, bei  Nieschütz wieder auf den Elberadweg zu treffen. Rings um das Elbtal sind aber Berge. Dort muss ich erst einmal hoch. Von Porschütz aus kann ich Großenhain rechts, Riesa links sehen. Eine wirklich beeindruckende Aussicht! Ein paar Meter weiter oben, ich bin kurz vor Blattersleben, kann ich unten im Dunst die Meißner Domtürme sehen. Und da geht auch schon ein Radweg Richtung Baselitz und Meißen. Ich glaube nicht, dass hier viele Leute entlang fahren. Es ist allerdings auch mühseliger als unten auf dem Elberadweg. Der Weg hinunter nach Laubach ist recht steil, so dass ich die Handbremsen zu Hilfe nehmen muss. In Laubach geht die Straße rechts herum nach Diesbar-Seußlitz. Laut meiner Karte muss es aber auch nach Nieschütz gehen. Ich muss noch ein Stück bergauf fahren und befinde mich in Löbsal. Der Ort sieht schon ein bisschen wie Nieschütz aus und ich hoffe, dass es nicht mehr weit ist. Und dann sehe ich schon das Hinweisschild. Rechts entlang geht es nach Diesbar, geradeaus nach Nieschütz. Die Straße macht bald einen Bogen nach links, und es geht steil bergab. Unten in Nieschütz angelangt, sehe ich einen Bus, der nach Löbsal fährt. Dem hätte ich auf der schmalen abschüssigen Straße nicht begegnen wollen. Ein Stückchen hinter Diesbar fahre ich auf den Elberadweg und an der nächsten Bank mache ich erst einmal Pause. Es ist 14.37 Uhr – so etwa habe ich mir das gedacht. Endlich kann ich Warnweste und Helm ablegen. Ich achte darauf, zehn Minuten sitzen zu bleiben. Dann geht es weiter Richtung Meißen. Ich fahre nun so entspannt und ruhig wie möglich, um meinen freien Tag gebührend zu genießen. In Meißen kann ich die S-Bahn nehmen, muss es aber nicht tun. Der Elberadweg fährt sich sehr viel leichter als die Strecke über die Landstraßen. Aber ich wollte gern etwas Neues kennen lernen, und es hat sich auch gelohnt. Allerdings bin ich froh, den Weg nicht in umgekehrter Richtung gefahren zu sein. Ich fahre durch Meißen hindurch und mache erst kurz vor Kötitz Rast. Dann geht es über Radebeul und Altkötzschenbroda - immer noch Umleitung – heimwärts. Kurz nach 16.30 Uhr bin ich zuhause. Es waren heute um die 98 Kilometer. Ich staune, wie gut das geklappt hat, aber ohne regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining hätte ich so eine Fahrt nach dem Winter nicht geschafft.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-452093430237958233?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/452093430237958233/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/03/28032011-neusornewitz-moritz-zabeltitz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/452093430237958233'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/452093430237958233'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/03/28032011-neusornewitz-moritz-zabeltitz.html' title='28.03.11 Neusörnewitz-Moritz-Zabeltitz-Nieschütz-Meißen-Dresden'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-8488107026109916198</id><published>2011-02-26T08:16:00.000-08:00</published><updated>2011-02-26T08:25:16.110-08:00</updated><title type='text'>26.02.11 Dresden-Moritzburg-Auer-Friedewald-Radebeul-Dresden</title><content type='html'>Die ganze Woche lang habe ich mich um fünf Uhr aus dem Bett gequält, und heute, am Sonnabend, bin ich schon halb fünf hellwach! Ich beschließe, das auszunutzen: zuerst mache ich ganz geruhsam Yoga, und beim Frühstück überlege ich mir, wohin ich heute mit dem Rad fahre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich starte kurz nach sieben, um die Stadt Richtung Wilder Mann/Boxdorf zu verlassen. So warm habe ich mich wohl noch nie fürs Radfahren angezogen: zwei bis drei Schichten Funktionskleidung, warme Mütze, warme Handschuhe, zwei Paar warme Funktionssocken unter den Winterlaufschuhen. Bei fünf Grad Minus ist das nicht zu viel. Es ist noch ruhig auf den Straßen. Am Heidefriedhof wechsle ich die Straßenseite und komme bald an der Baumwiese an. Die Sonne geht auf: welch blauer Himmel, welch prächtiger Vorfrühlingsmorgen! Am Boxdorfer Berg steige ich ab und schiebe mein Rad. Diese Steigung muss erst einmal genommen werden, um aus dem Elbtal heraus zu kommen. Oben angelangt, hat man bald schöne Ausblicke. Ich fahre links herum, die Moritzburger Landstraße entlang, die direkt zum Moritzburger Schloss führt. Nachmittags wäre diese Strecke nicht zu empfehlen, aber in den Morgenstunden kann man das schon mal machen. So lange es dort relativ ruhig ist, fährt es sich sehr schön; man kann die Schaltung durchspielen. Die Sonne lässt die kahlen Bäume golden erstrahlen, und die Wiesen glitzern vom Raureif. Links und rechts der Straße sanftes Hügelland, an das sich Häuser schmiegen. Wiesen und Bäume sind noch in Dunst gehüllt. Ich erinnere mich an frühere Radtouren und bin unglaublich froh, wieder unterwegs zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht Hügel hinauf und wieder hinunter. Stellenweise gibt es Löcher im Straßenbelag, wo man als Radfahrer aufpassen muss. Der Fahrtwind zwickt, und mir kommen die Tränen. Da kann man nur schnell zwinkern: das wird auf der Haut brennen. Heute hätte ich meine Sportbrille mitnehmen können, aber das wollte ich nicht; ich brauche jeden Sonnenstrahl. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da taucht schon das Schloss auf: was für ein herrlicher Anblick! Ich halte mich rechts und biege erst einmal ab. Es gibt da eine Stelle, von der man schön fotografieren kann. Die Teiche sind zugefroren. Ich möchte einen Bogen um das Schloss herum fahren. Die ganze Zeit ist dort kein Mensch außer mir. Erst an der Kalkreuther Straße sehe ich einen Spaziergänger mit einem Hund. Natürlich will ich auch meinem Lieblingsteich, dem Sophienteich, einen Besuch abstatten und ein Vorfrühlingsfoto machen. Von zwei Buchten aus kann ich auf die Eisfläche schauen. Vorfrühling? Es ist doch noch Winter. Keine Enten, keine platschenden Fische. Deren Laute, die sonst weit über den See dringen, machen die Stille erst bewusst. Aber heute ist es anders; die Tierwelt verharrt noch im Winterschlaf. Ich steige wieder aufs Rad. Es wird Zeit, dass ich kräftig in die Pedalen trete, denn Füße und Hände werden kalt. Ich möchte über Weinböhla zum Elberadweg fahren, habe aber schon gelesen, dass dort gesperrt ist. Meine Karte zeigt einen Weg, der von Auer aus ins Elbtal führt, und den möchte ich nehmen. Auf der Landstraße Richtung Auer ist ziemlich viel los. Die Autofahrer rasen wie die Wahnsinnigen. Für mich ziehen sich die drei Kilometer in die Länge; ich fahre dort sehr ungern und hoffe auf den Abzweig. Es gibt Waldwege ohne Markierung und Richtungsangabe. In Auer sehe ich die Bescherung: mein Weg scheint nicht mehr zu existieren. Links von mir eine Straßensperrung, dahinter eine riesige Baustelle. Ich fahre noch ein Stück über die Kreuzung hinweg. 12 Kilometer bis Weinböhla: bei diesem Verkehr wäre das purer Leichtsinn. Als Nicht-Autofahrerin erlebe ich immer mal Überraschungen unterwegs. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich biege nach rechts in eine Nebenstraße ein und hoffe, vielleicht Richtung Steinbach fahren zu können.  Aber es geht wieder rechts herum zur Kreuzung, an der ich vorher schon war. Eine Frau mit Kinderwagen fährt die entstehende Straße entlang. Gebaut wird heute offenbar nicht. Also versuche ich mein Glück und fahre dort hinein. Ich halte mich links, wo ein Weg abzweigt, und hoffe, Richtung Elbtal zu kommen. Nach ein paar Metern stehe ich an einem Abhang und sehe, dass hier nichts mehr ist, wie es einmal war. Breite Schneisen sind in die Landschaft geschlagen worden. Etwas, das nach  Autobahnzubringer oder Schnellstraße aussieht, wird gebaut; eine Asphaltwüste breitet sich aus, weiter vorn sind schon Leitplanken. Ich kehre wieder um und muss erst einmal die schreckliche Landstraße zurück fahren. Irgendwo muss es doch weiter gehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will jeden Waldweg probieren, bis ich durchkomme. Da biegt ein Weg ab – nichts wie runter von der Straße! Die Erde ist hartgefroren, und es holpert beim Fahren. Es ist auch deutlich kälter als auf der Straße. Der Weg führt zunächst geradeaus, dann links herum Richtung Moritzburg. Ich sehe eine Lichtung vor mir, die mir bekannt vorkommt. Wir sind früher einmal durch den Wald nach Radebeul gefahren. Ich fahre dort entlang, wo ich den Weg vermute. Da heult eine Motorsäge, und als ich näher komme, sehe ich erneut die Baustelle. Sind die denn wahnsinnig? Muss hier alles verschandelt werden? Kann man nicht einmal Fuß- und Radwege übrig lassen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fahre wieder links herum, und nach ein paar Metern sehe ich ein Hinweisschild zum Schloss Moritzburg und zum Elberadweg! Der Weg führt aus dem Wald heraus, über das Hügelland hinweg; links ist der Kirchturm von Moritzburg zu sehen. An der nächsten Wegkreuzung gibt es einen Abzweig nach Radebeul, Hoflößnitz. Endlich! Diesen Weg kannte ich noch nicht. Es geht an den Dippelsdorfer Teichen vorbei nach Friedewald. Ich liebe diese beruhigende Landschaft sehr, und Friedewald ist genau so idyllisch, wie der Name verspricht. Man fährt in den Ort hinein und muss bald wieder scharf rechts herum fahren, wo der Radweg ausgeschildert ist. Aber auch dort haben Schnellstraßen die Landschaft zerschnitten. Der Radweg verläuft durch eine Unterführung, über Wiesen hinweg und wird schließlich zum Pfad. Zwischen Häusern hindurch, eine Stufe hinauf - durchweg fahren kann man da nicht. Dann geht es steil bergab in den Lößnitzgrund. Ich muss beim Schieben die Handbremse ziehen, damit mich das Rad nicht hinab reißt. Hinunter fahren möchte ich dort nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Lößnitzgrund ist es sehr kalt, aber wenigstens kenne ich von nun an den Weg. Es geht an den Schienen der Lößnitzgrundbahn entlang. Als die Kinder noch klein waren, sind wir regelmäßig mit ihnen „Bimmelbahn“ gefahren. Dieses Erlebnis ist uns zu teuer geworden, und mit dem Fahrrad ist man unabhängig. Ich kreuze die Kleinbahn-Schienen zweimal, und am Abzweig zum Bilzbad verlasse ich die Straße. Den Weg am Bach entlang kann man auch mit dem Rad fahren. Das Bilzbad ist im Sommer sehr zu empfehlen. Eine Bank am Weg ist zerstört worden, ein Schild umgerissen, und ein Brückengeländer ist demoliert worden. Radebeul ist eine wohlhabende Stadt mit vielen Villen, und mich schockieren diese Zeugnisse von Vandalismus mehr als in Dresden, wo man so etwas eher erwarten würde. Ich habe den Radweg wohl verloren, denn in Radebeul sehe ich zunächst keine Markierung mehr. Ich finde mich zurecht, aber Ortsunkundige müssten wohl raten, wie es weiter geht. Erst zur Meißner Landstraße, diese ein paar Meter landwärts bis zu den Landesbühnen, und dort ist alles gut ausgeschildert. Ich überquere die Straße und fahre Richtung Elbe. Genau dort, wo die Baustelle anfängt, treffe ich auf den Elberadweg und mache noch ein paar Fotos am Wasser. Dann wende ich mich heimwärts, denn es ist zu kalt, um länger unterwegs zu sein. Ein Kormoran möchte sich von mir nicht fotografieren lassen. Über Serkowitz und Kaditz gelange ich nach Hause. Insgesamt können es um die 40 Kilometer gewesen sein; die Strecke ist schwer abzuschätzen. Reich an Steigungen, hat sie mir genügt für heute. Zu Hause muss ich erst einmal die Füße auftauen, was heute deutlich länger dauert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="https://picasaweb.google.com/Bisasam64/Radtour26022011#"&gt;Fotos&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-8488107026109916198?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/8488107026109916198/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/02/260211-dresden-moritzburg-auer.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8488107026109916198'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8488107026109916198'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/02/260211-dresden-moritzburg-auer.html' title='26.02.11 Dresden-Moritzburg-Auer-Friedewald-Radebeul-Dresden'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-2425259724255330993</id><published>2011-02-16T11:02:00.000-08:00</published><updated>2011-02-16T11:04:00.054-08:00</updated><title type='text'>16.02.2011 Dresden - Meißen und zurück</title><content type='html'>Vormittage zuhause verstreichen schnell, selbst wenn man nur ein paar Kleinigkeiten tut. Freilich – ich habe ausgeschlafen. Wäre ich, wie sonst an Wochentagen, um fünf Uhr aufgestanden, hätte ich mehr erledigen können. So etwas ist derzeit nicht angeraten, ich bin erschöpft und deswegen krankgeschrieben. Am nächsten Montag möchte ich wieder arbeiten, und so langsam könnte ich einen Zaubertrank gebrauchen – am besten gleich hineinfallen wie Asterix. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen Mittag kommt die Sonne heraus. Obwohl ein eisiger Wind weht, möchte ich ein Stück Radfahren und probieren, wie das geht. Meine Funktionskleidung leistet mir auch auf dem Rad gute Dienste, ich merke beim Fahren, dass ich mich mit mehreren Schichten richtig angezogen habe. Nur an den Füßen ist es etwas kühl. Ich habe den Wind im Rücken und muss damit rechnen, dass er mir nachher richtig entgegen kracht. Ich setze mir kein bestimmtes Ziel, möchte ein Stück Elberadweg fahren, meine geliebte Strecke, bis Niederwartha, vielleicht bis Coswig.  Ich fahre ganz ruhig, schalte auch mal einen Gang herunter, will mich nicht antreiben. Außer mir sind nur wenige Leute unterwegs, ein paar Spaziergänger, einzelne Radfahrer. Der Himmel ist strahlend blau, spiegelt sich im Fluss und in jeder Pfütze auf den Elbwiesen. Das Hochwasser hat Spuren hinterlassen: Schlamm auf dem Weg, Treibgut am Ufer und Stellen, die noch überflutet sind. Ich bin neugierig, ob ich überall durchkomme. Offensichtlich nicht: der Elberadweg ist bei Radebeul noch immer gesperrt. Ich fahre die Umleitung durch Altkötzschenbroda und sehe mich gern dort um. Nicht lange, und die Brücke bei Niederwartha ist in Sicht. Ich fühle mich wohl und befreit wie lange nicht. Die Sonne wärmt und man kann den Frühling schon riechen. Als ich losfuhr, kam ich mir wie ein Gespenst vor und nun spüre ich tatsächlich die Lebensgeister. Auf keinen Fall kann ich schon umkehren! Es geht weiter und ich genieße die Landschaft, die mich umgibt. Fast komme ich mir seltsam vor, dass mich diese bekannte Strecke immer wieder beglückt – aber ein solches Geschenk sollte man nicht in Frage stellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweimal steige ich ab, um zu fotografieren. Es sind immer die gleichen, immer wieder schönen Motive. Dann sehe ich die Bosel vor mir. Es gibt einen Rastplatz, wo man einen schönen Blick hat, aber heute ist es zu kalt zum rasten und ich fahre weiter. Umkehren? Warum? Ich fahre wie von selbst und ahne nur hin und wieder, dass mir der Rückenwind hilft. Solche Tage sind so rar und diesen möchte ich nutzen. Bald bin ich an der Bosel angelangt und somit kurz vor Meißen. Ich kann mein Glück kaum fassen. Laufen kann ich derzeit nicht, der Rücken und die Gelenke wollen nicht so recht. Aber ich kann Radfahren! Bis Meißen, das ist ein guter Start und beim nächsten Mal schaffe ich es vielleicht bis Diesbar. Ein Stück weiter sehe ich schon die Domtürme. Bald stehe ich unterhalb der Eisenbahnbrücke am Ufer und fotografiere Dom und Albrechtsburg. Weiter vorn ist der Weg überflutet. Man könnte einen Umweg fahren, aber für heute soll es genug sein; ich steige wieder aufs Rad und wende mich heimwärts. Wie erwartet, habe ich kräftigen Gegenwind. Meine Mütze könnte etwas dicker sein, und ich hätte wärmere Socken anziehen sollen. Bis nach Hause wird es schon gehen. An manchen Stellen ist der Wind sehr unangenehm, aber stellenweise ist es geschützter. Ich fahre durchweg langsamer und mache hin und wieder eine kurze Pause. Coswig, Radebeul, Kaditz. In den Knien zwickt es ein bisschen, und allmählich bekomme ich Eisfüße, aber es ist nicht mehr weit. Die letzte ungeschützte Stelle an der Autobahnbrücke, das Feld, dann geht es zwischen Häusern weiter bis nach Hause. Dort gibt es erst einmal einen Kaffee zum Aufwärmen. Wenn ich einen Wunsch frei hätte: noch so einen Tag am Wochenende, etwas weniger Wind vielleicht. Aber heute war es sehr, sehr schön und die Lebensgeister bleiben mir hoffentlich erhalten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-2425259724255330993?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/2425259724255330993/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/02/16022011-dresden-meien-und-zuruck.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/2425259724255330993'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/2425259724255330993'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2011/02/16022011-dresden-meien-und-zuruck.html' title='16.02.2011 Dresden - Meißen und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-2146201096994533432</id><published>2010-10-11T00:17:00.000-07:00</published><updated>2010-10-11T02:27:59.240-07:00</updated><title type='text'>10.10.2010 Dresden-Riesa und zurück</title><content type='html'>Da hatte ich doch den Wecker überhört und verschlafen, wenn auch nur um eine Viertelstunde. Das war nicht weiter schlimm, schließlich kommt es beim Start einer Radtour nicht auf die Minute an. Ich hatte zuvor dies und jenes zu tun, wollte in Ruhe frühstücken, und Sohn Daniel kam auch noch dazu. Bei Kerzenschein fühlte ich mich schon in die Adventszeit versetzt, die ich viel lieber mag als das Weihnachtsfest an sich, und es tat mir ein wenig leid, so früh am Morgen wegzufahren, statt gemütlich mit der Familie in den Tag zu starten. Aber ein sonniger Herbsttag war angekündigt, vielleicht die letzte Gelegenheit in diesem Jahr zu einer größeren Radtour, und die wollte ich nutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz nach sieben fuhr ich in einen stimmungsvollen Morgen. Dünne Nebelschleier lagen über den mit Raureif bedeckten Wiesen. Es war kalt geworden, vier Grad über Null, und ich hatte mich dementsprechend angezogen. In Serkowitz gibt es eine kleine Umleitung durch Nebenstraßen, die anfangs beschildert ist. Mein Sohn hatte mich darauf hingewiesen und mir gesagt, wie ich fahren musste. Als ich wieder an der Elbe war, ging die Sonne auf. Rings um einen Rastplatz lagen Scherben verstreut – wenn ich sowas sehe, kriege ich Hassgefühle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Fluss entlang, wo der Nebel dichter wurde, war es sehr schön, und die Morgensonne schien golden übers Land. In Erwartung der kalten Jahreszeit nahm ich immer wieder die Kamera zur Hand, um etwas von diesem &lt;a href="http://picasaweb.google.com/Bisasam64/RadtourNachRiesa10102010#"&gt;Herbsttag&lt;/a&gt; festzuhalten. Vergänglichkeit gibt allem einen unschätzbaren Wert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm wieder die Umleitung des Elberadwegs über Altkötzschenbroda. Der Nebel verdichtete sich noch mehr. Der Dorfkern war die reinste Waschküche, und an der Elbe sah es nicht besser aus. Die Sichtweite betrug schätzungsweise fünf Meter. Hinter Radebeul schaltete ich das Licht ein und war froh, die Strecke zu kennen. Die Bauarbeiten bei Niederwartha sind so weit fortgeschritten, dass der Elberadweg geradewegs unter der neuen Brücke hindurchführt. Von der Brücke war wegen des Nebels nur wenig zu sehen. Ein paar Pferde, die auf einer Weide standen, wirkten zunächst ein wenig unheimlich, aber vermutlich ging es ihnen mit mir nicht anders, denn sie sahen aufmerksam zu mir herüber. Ich hoffte darauf, dass sich die Sonne bald durchsetzen und den Nebel vertreiben würde, und ab und an sah ich ein wenig Blau über mir. Aber auch hinter Coswig wurde es nicht besser. Ich fuhr auf Meißen zu und konnte weder die Elbe, noch den Himmel oder irgendwelche Details sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon unsere Pilzwanderung am Vortag hatte mich ein wenig geschlaucht; am Nachmittag danach hatte ich gefaulenzt, um mich für die Radtour auszuruhen. Von meinem ursprünglichen Vorhaben, erst nach Moritzburg und von dort aus weiter nach Meißen zu fahren, hatte ich abgesehen; solche Runden habe ich mit Sicherheit noch nicht wieder drauf. Mit der Tour, die ich mir wünschte, würde ich völlig ausgelastet sein. Außerdem wollte ich so wenig wie möglich auf Straßen fahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das lange Fahren im Nebel fing an, die Stimmung und auch die Kondition zu drücken. Ich dachte nicht über den weiteren Verlauf der Strecke nach. Erst einmal musste es klar und sonnig werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich in Meißen ankam, verschwand der Nebel binnen weniger Sekunden. Dom und Albrechtsburg waren gut zu sehen. Die Elbe hat immer noch einen erhöhten Wasserstand, und unterhalb der Elbbrücke war der Radweg überflutet. Man konnte aber daneben über Pflastersteine gehen und das Rad schieben. Zurück auf dem Radweg, fuhr ich weiter bis zum Rastplatz hinter der Stadt. Es war neun Uhr, und die erste Pause hatte ich eine Weile schon ersehnt. Die Bänke waren nass vom Tau. Hatte ich nun das erste Drittel oder das erste Viertel meiner Tour hinter mir? Das würde sich zeigen. Ich sah das Elbtal vor mir liegen, und auf einmal verließ mich das Bedürfnis, zu pausieren. Ich trank nur kurz etwas und fuhr weiter. Diesbar, dachte ich mir, würde auch ein guter Platz zum Rasten sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der schönste Herbsttag brach an. Nach der Nebelfahrt waren die Eindrücke überwältigend: blauer Himmel, glitzernde Wiesen, buntes Laub. Nur wenige Menschen waren mir bisher begegnet, einige Läufer, vereinzelte Radfahrer. Beinahe windstill war es, die Elbe war spiegelglatt und schimmerte blau. Kurz vor zehn Uhr kam ich in Diesbar an, nahm auf einer Bank in der Sonne Platz und machte zehn Minuten Pause. Die ersten Wanderer waren unterwegs, außerdem Leute mit kleinen Kindern, welche ihre Eltern wahrscheinlich beizeiten geweckt hatten. Ich kann mich auch noch gut an solche Spaziergänge am Morgen erinnern und freute mich umso mehr über die zurückgewonnene Freiheit, da die Kinder erwachsen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun war ich wieder energiegeladen und dachte an das, was ich mir beim Losfahren vorgenommen hatte: alles nur Mögliche aus mir herauszuholen, wenn es nötig sein sollte. Weiter vorn sah ich silberne Schornsteine leuchten. Das war Nünchritz! Zweifellos würde ich dorthin fahren – und am liebsten noch ein Stück weiter. Es ging weiter durch Seußlitz und Merschwitz, und von dort aus war es nur noch ein Stück bis nach Nünchritz. Ich fuhr den ausgeschilderten Radweg am Chemiewerk entlang. Der Pfad an der Elbe ist wegen einer Baustelle gesperrt. Es war wärmer geworden, aber ich konnte weder auf Handschuhe verzichten, noch irgendein anderes Kleidungsstück abwerfen. Acht Kilometer bis Riesa – das wollte ich schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Winter sind Radtouren nicht unmöglich, bei weitgehend schnee- und eisfreien Wegen kann man durchaus fahren. Ich bin schon nach leichtem Neuschnee nach Meißen gefahren, aber bis Riesa und zurück – das würde ich doch bleiben lassen. Deshalb genoss ich ausgiebig diesen goldenen Herbsttag und das Elbtal, das zwischen Meißen und Riesa sehr idyllisch ist. Vorbei ging es an Grödel und der Windmühle, weiter nach Moritz, wo Riesa in Sichtweite kommt. Der Elberadweg führt über einen Deich, und man kann gut nach allen Seiten sehen. Die Elbbrücke bei Riesa war Wendepunkt, aber Pause machen wollte ich erst wieder an einem der schönen Rastplätze bei Moritz oder Grödel. Es war dann schon Moritz, kurz vor halb zwölf; ich hatte die Pause nötig. Es gab einen Proteinshake und Apfelschorle. Künftig werde ich wohl nur noch Bananen, Müsliriegel und solche Shakes mitnehmen, es sei denn, ich wünsche mir etwas anderes. Wasser ist natürlich besser, aber ich hatte nicht entsprechend vorgesorgt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach zehn Minuten brach ich wieder auf. Ich hatte nun Gegenwind, und der war recht frisch, so dass ich noch immer in voller Montur fahren musste. Ein paar Senioren, die mir entgegen kamen, waren allerdings angezogen, als wollten sie zum Nordpol fahren – am Nachmittag müssen sie ganz schön geschwitzt haben. Immer mehr Radfahrerkolonnen tauchten auf, aber noch hielt sich der Verkehr in Grenzen. Bei Leckwitz – ich hatte das Chemiewerk hinter mir gelassen – zog ich eine meiner beiden Jacken aus und verstaute sie samt Handschuhen und Stirnband in meiner Packtasche. Als ich in Diesbar ankam, war es richtig warm geworden. Spaziergänger mischten sich unter die Radfahrer. Es war kurz nach halb eins. Ich machte ein paar Minuten Pause. Eine Stunde schätzungsweise bis Meißen – und dann weitersehen. Der Gegenwind machte sich bemerkbar, ich war wesentlich langsamer als auf der Hinfahrt. Es zog sich hin bis Meißen, und ich überholte nur noch ungern, wenn es gar nicht anders ging. Dann kam Meißen in Sicht. Es gibt dort eine sehr schmale Streckenführung zwischen Straße und Elbufer, durch Geländer gesäumt, wo zwei Fahrräder gerade so aneinander vorbei fahren können. Ich mag diesen Engpass überhaupt nicht und bin immer froh, wenn ich ihn hinter mir habe. Nun war schon einiger Betrieb dort, und die meisten Leute fuhren vorsichtig. Ich hatte den Großteil des Weges hinter mir, als so ein Jüngelchen mit unverminderter Geschwindigkeit auf mich zu und an mir vorbei fuhr. Ich war so weit wie möglich ausgewichen, hatte mich aber verkalkuliert, streifte das Geländer und machte mit dem Rad eine Bauchlandung, die aber, weil ich langsam gefahren war, harmlos ausfiel. Zum Glück war niemand hinter mir gewesen. Den Lenker hatte es ein Stück zur Seite gebogen, aber das ließ sich problemlos korrigieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Elbpromenade machte ich wieder Pause, diesmal auf einer Bank im Schatten. Nun war ich froh, noch ein Brötchen mitgenommen zu haben. Ich sah eine S-Bahn über die Brücke fahren. Das wäre eine Möglichkeit gewesen, nach Hause zu kommen, aber ich wollte auch das letzte Viertel der Strecke mit dem Rad zurücklegen. Nach zehn Minuten ging es weiter. Hinter Meißen war ich ziemlich geschafft. Nächste Station Coswig. Viele Radfahrer zogen an mir vorbei, was mich nicht weiter störte. Ich wollte zurück nach Dresden, sonst nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Niederwartha fiel mir auf, dass Fußgänger und Radfahrer bereits auf der neuen Brücke unterwegs waren. Nun wurde es richtig voll auf dem Elberadweg – so ein Gedrängel macht mir keinen Spaß mehr. Da lobe ich mir doch die Morgenstunden! Kurz vor Altkötzschenbroda stauten sich Autos und Radfahrer;  es ging weder vorwärts noch rückwärts. Einige Radfahrer hatten keine Lust, zu warten, dass sich der Stau auflöste, sondern fuhren drauflos, jede Lücke ausnutzend. Ich fuhr ihnen hinterher und irgendwie da durch – ich wollte nur noch heim. Folgt man in Altkötzschenbroda den Umleitungsschildern, gelangt man auf einen Plattenweg, der zwischen Häusern und Feldern entlang führt. Wahrscheinlich hatte ich das Schild bisher übersehen. Auf die Weise kann man sich die Fahrt über die Hauptstraße sparen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich Altkaditz vor mir liegen sah, begriff ich, dass ich mein Tagesziel erreicht hatte. Zwei Kilometer noch bis nach Hause – eine Kleinigkeit. Die letzten Meter fuhr ich ganz gemütlich. Viertel vier war ich zuhause. Insgesamt habe ich knapp hundert Kilometer zurückgelegt. Zeitweise hat der Schwung gefehlt; wahrscheinlich war es zu viel an diesem Wochenende gewesen. Aber letztlich doch zu schaffen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-2146201096994533432?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/2146201096994533432/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/10/10102010-dresden-riesa-und-zuruck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/2146201096994533432'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/2146201096994533432'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/10/10102010-dresden-riesa-und-zuruck.html' title='10.10.2010 Dresden-Riesa und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-1154029203181652314</id><published>2010-09-18T09:46:00.000-07:00</published><updated>2010-09-18T10:05:08.158-07:00</updated><title type='text'>18.09.2010 Dresden-Diesbar/Seußlitz und zurück</title><content type='html'>Herbstlich ist es draußen geworden. Der Baum vor dem Bürofenster hat sich rot gefärbt, und sieht man das Laub und den Himmel darüber, möchte man am liebsten nach draußen, zu einer Wanderung aufbrechen, anderes tun als Aufträge zu bearbeiten und Anrufe entgegen zu nehmen. So ging es mir am Freitag, als das Wochenende schon in Sicht war, und ich begann, Pläne zu machen. Gern wäre ich ins Gebirge gefahren, kam dann aber doch auf etwas Anderes: ich sehnte mich nach meinem Lieblingsabschnitt des Elberadwegs. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um Fünf stand ich auf und fuhr dreiviertel Sieben los. Der Familie hinterließ ich eine aufgeräumte Küche und einen gedeckten Frühstückstisch; am Vorabend hatte ich gekocht und Kuchen gebacken. Ich bin immer ganz froh, wenn all das erledigt ist, ehe ich aufbreche. Mein Mann sollte nach der Spätschicht erst einmal ausschlafen können – deswegen keine Wanderung, sondern Radfahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sonne war noch nicht aufgegangen, doch ihr Schein ließ die Häuserdächer orangerot strahlen und der Osthimmel war rosa gefärbt. Die Morgenstunden sind oft die schönsten vom Tag, und deshalb bin ich gern früh unterwegs. Bei Radebeul ist ein Teil des Elberadwegs wegen Deichbauarbeiten gesperrt. Ich nahm die ausgeschilderte Umleitung über die Kötzschenbrodaer Straße. Früh am Morgen fuhr es sich dort noch gut; auf dem Rückweg war es bereits unangenehm wegen der vielen Autos, die unterwegs waren, vor allem aber wegen der Fahrer, die rücksichtslos drängelten und den Radfahrern viel zu nahe kamen. Diese Umleitung ist eine Gefahrenquelle – im Berufsverkehr mag ich mir das gar nicht vorstellen! - und ich hoffe, dass sie bald nicht mehr nötig sein wird!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es durch &lt;a href="http://www.altkoetzschenbroda.de/home.php?setflash=true&amp;flash=4"&gt;Altkötzschenbroda&lt;/a&gt;, einen wunderschönen Stadtteil von Radebeul. Dort möchte man am liebsten das Rad abstellen und bummeln gehen, aber ich war ja unterwegs, um meine Kondition zu steigern, und deshalb fuhr ich weiter, traf wieder auf den Elberadweg und fuhr bald auf Niederwartha zu. Der Brückenbau hat große Fortschritte gemacht; man muss aber immer noch einen kleinen Umweg fahren, der beschildert ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte vor, in jedem Fall bis Meißen zu fahren, wünschte mir aber, noch ein Stück weiter zu kommen. Es sah nach einem freundlichen Spätsommertag aus, der Himmel war stellenweise blau.  Ein Feld mit Sonnenblumen breitete sich rechts von mir aus, die Blumen leuchteten intensiv in der Morgensonne. Der Wind wehte mir aus westlicher Richtung entgegen. Gegenwind hat den Vorteil, dass man seine Kräfte besser einteilt. Außer mir waren nur wenige Fahrer unterwegs, junge Männer in sportlicher Montur oder Einheimische, die vermutlich zu ihren Gärten fuhren. Die jungen Männer zogen schnell an mir vorbei; ich begnügte mich damit, die Einheimischen zu überholen, wenn sie mir zu langsam waren. Ich wollte ausdauernd fahren und dachte dabei an die Worte, mit denen uns unsere Yoga-Lehrerin immer ermahnt: jeder achte auf sich selbst und versuche nicht, mit anderen zu konkurrieren. Ich finde diese Aufforderung sehr wichtig und hilfreich, denn wenn es überhaupt einen Widersacher gibt, mit dem man sich auseinanderzusetzen hat, dann den, der in einem selber steckt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wind kräuselte das Wasser zu den vielfältigsten Kreiseln und Strömungen, dann aber, hinter Coswig, wurde die Elbe auf einmal ganz glatt und ruhig, und der Himmel spiegelte sich in ihr.  Vor Meißen weitet sich das Elbtal. Ich halte gern dort an, um diese Weite zu genießen, dem Wind zu lauschen und nach oben zu den Wolken zu schauen, und auch dieses Mal sah ich mich nach allen Seiten um und fand den Ort und die Wirkung, die von ihm ausgeht, sehr ergreifend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen Abschnitt des Elberadwegs zu fahren, ist für mich, wie nach Hause zu kommen; ich habe die Tour auch schon beschrieben. Je näher ich der Stadt Meißen kam, desto mehr kam ich im Draußen-Sein, im Unterwegs-Sein an - und konnte ich mir nichts Schöneres vorstellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kleingärten am Wegrand waren hübsch anzusehen, die Dahlien standen in voller Pracht, Äpfel, Pflaumen und Quitten reiften, und ich erinnerte mich an unseren Blumen- und Gemüsegarten, den wir längst abgegeben haben. Manchmal denke ich, dass so ein Nutzgarten viele Vorteile hat und auch Freude macht, aber hätten wir ihn noch, fände ich keine Zeit für Touren. Also doch lieber Radfahren und aufs Gärtnern verzichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter Meißen machte ich die erste kurze Pause und hatte einen schönen Blick zurück auf Dom und Albrechtsburg. Die zurückgelegten Kilometer – etwas über zwanzig – spürte ich bereits. Diera-Zehren war das nächste Ziel, das ich gern erreichen wollte, aber ich sah noch ein Stück weiter Richtung Diesbar und dachte mir: das schaffe ich doch. Vorbei ging es an Weinbergen, wo Leute schon bei der Arbeit waren. Diera-Zehren war bald erreicht. Dort kreisten drei Rotmilane über mir. Zwei von ihnen waren recht groß, einer war kleiner, aber sie alle waren ziemlich beeindruckend mit ihren ausgebreiteten Schwingen und den gegabelten Schwänzen. An der Elbe zwischen Meißen und Riesa kann man sie relativ häufig beobachten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Schild zeigte 17 Kilometer bis Riesa an, dorthin wollte und konnte ich mit Sicherheit nicht fahren, aber Diesbar-Seußlitz war nun ein realistisches Ziel. In Nieschütz hatte ich auf einmal wieder viel Schwung – solche Phasen gibt es immer mal, wenn man unterwegs ist. Bewegung im Freien kann sehr viel Energie spenden. In den vergangenen Wochen habe ich oft gedacht, Leistungseinbußen hinnehmen und einen allgemeinen Verfall akzeptieren zu müssen. Wahrscheinlich habe ich wieder einmal zu schwarz gesehen, denn einiges kann man gewiss tun, um fit zu bleiben. Mit einigen Veränderungen wird man sich wohl abfinden müssen. Unterwegs begann ich mir zu wünschen, bis zum letzten Atemzug aktiv zu sein. Ist das vermessen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Elbbogen bei Diesbar kam in Sicht und bald auch der Ort selbst, idyllisch gelegen und von Felsen umgeben. Während ich mich umsah, erblickte ich einen Raubvogel, der über das Wasser flog. So groß, wie er war, hatte ich ihn kurzzeitig für einen Storch gehalten, aber mir wurde schnell klar, dass es keiner sein konnte. Er war größer als die Milane, die ich kurz zuvor gesehen hatte, sehr kräftig, mit weißem Kopf und Hals und hellen Schwanzfedern. Das musste ein Seeadler sein! Er flog direkt auf den nächsten Felsen zu, wo er landete und sitzen blieb, um das Elbtal zu überblicken. Fasziniert hielt ich einen Moment an, um ihn zu beobachten. Es ist bekannt, dass es in der Gegend um Meißen Seeadler gibt, und ich habe mir schon oft gewünscht, einen zu sehen. Bisher hatte ich nur einmal in der Gegend um Moritzburg so ein seltenes Exemplar beobachten können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da er sich nicht von der Stelle rührte, fuhr ich weiter nach Diesbar, um dort kurz Rast zu machen. Den Felsen ließ ich nicht aus den Augen. Ich war von dem Erlebnis so euphorisiert, dass auch eine Rückfahrt mit heftigem Gegenwind oder im strömenden Regen an meinem Glücksempfinden nichts geändert hätte. Als ich umkehrte und mich wieder dem Felsen näherte, war der Seeadler nicht mehr zu sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Rückfahrt hielt ich ein gleichmäßiges Tempo und machte noch drei kurze Trinkpausen, was für eine solche Tour recht häufig war. Die Kondition muss eben erst wieder aufgebaut werden. Die ersten größeren Gruppen von Radfahrern kamen mir entgegen. Hinter Meißen traf ich immer öfter auf Radler, meist Touristen, die regelmäßig anhielten und Fotos machten, was ich gut verstehen kann. Ich hatte dieses Mal keine Kamera mitgenommen, weil ich so zügig wie möglich fahren wollte, schätzte mich aber glücklich, so eine malerisch schöne Gegend in unmittelbarer Nähe zu haben.  Und ich freute mich über die zurückgelegte Strecke. Knapp 65 Kilometer müssen es gewesen sein, mein Ego hat sie gebraucht, zugegebenermaßen. Eine Genießer-Tour war es aber trotzdem – oder gerade deswegen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-1154029203181652314?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/1154029203181652314/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/09/18092010-dresden-diesbarseulitz-und.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/1154029203181652314'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/1154029203181652314'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/09/18092010-dresden-diesbarseulitz-und.html' title='18.09.2010 Dresden-Diesbar/Seußlitz und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-5887969752787075741</id><published>2010-09-12T07:08:00.000-07:00</published><updated>2010-09-12T07:31:07.207-07:00</updated><title type='text'>11.09.2010 Dresden-Volkersdorf-Rähnitz-Dresdner Heide und zurück</title><content type='html'>Es kommt mir selber unwahrscheinlich vor: dies war tatsächlich meine erste richtige Radtour, seit wir Mitte Juni auf dem Elberadweg unterwegs waren. Am vergangenen Wochenende bin ich eine reichliche Stunde Rad gefahren, die ich eher als Vorbereitung verstand. Außerdem wurde ich in Radebeul durch eine Sperrung des Elberadweges frühzeitig gestoppt und habe mir in Konsequenz daraus eine Tour Richtung Moritzburg vorgenommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen 8 Uhr fuhr ich los. Man merkt, dass die Tage kürzer geworden sind; die Sonne geht erst nach halb sieben auf, und vorher kam ich nicht aus dem Bett. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Richtung stand fest; ich wollte in Moritzburg wieder einmal meine Lieblingsmotive fotografieren und dann nach Radeburg weiterfahren. Am Boxdorfer Berg herrschte starker Verkehr. Ich schob mein Rad hinauf; das ist, im Unterschied zur Fahrt mit dem Bus, auch eine Art Training. Training ist momentan das Stichwort oder eher ein Motto, das nicht nur am Wochenende gilt, und begonnen hat es mit jener Stunde Radfahren am vergangenen Samstag. Auch Wandern oder ein längerer Spaziergang dürfen es sein: irgendein Ausdauersport am Wochenende gehört zum Programm, das ich mir erstellen ließ. Ich habe mich dazu entschlossen, mich ab und an mit einem Trainer abzusprechen, neue Ziele abzustecken und sachkundigen Rat einzuholen, denn nicht immer kann man Motivation nur aus sich selbst beziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Boxdorf angekommen, hat man das Elbtal verlassen, und die Fahrt auf der Alten Dresdner Straße bietet Ausblicke bis ins Lausitzer Bergland. Dort kann man streckenweise das Rad einfach rollen lassen, den Fahrtwind im Gesicht spüren und in die Ferne schauen. Die Straße führt weiter an den Waldteichen vorbei; man kann an mehreren Stellen nach Moritzburg abbiegen. Waldwege sind nach Regenfällen eher nicht zu empfehlen, und deshalb wollte ich eine Straße nehmen, die einen weiten Bogen durch den Wald macht, gut befahrbar ist und direkt in den Ort führt. Leider war die Straße gesperrt, und ich entschied mich für eine andere Route, fuhr weiter auf der Landstraße nach Volkersdorf hinein. Dort wandte ich mich nach rechts Richtung Dresden, was nicht hieß, dass ich schon umzukehren beabsichtigte. Kurz nach dem Ortsausgang biegt auf der linken Seite ein Feldweg ab. Man sieht schon von weitem, dass er unter der Autobahn hindurch führt. Dies ist nach meiner Kenntnis der kürzeste Radweg zwischen Moritzburg/Volkersdorf und der Dresdner Heide. Er ist nicht ausgeschildert; ich hatte ihn nach Vororientierung an Hand der Radwanderkarte einmal ausprobiert. In besonders gutem Zustand ist dieser Weg nicht: sandig, holprig und voller größerer Schottersteine, denen man besser ausweicht. Er führt in ein Wäldchen hinein, wo er eine weitere Autobahntrasse überquert. Die interessante Streckenführung wiegt die Unannehmlichkeiten des Weges einigermaßen auf. Der Weg scheint weniger bekannt zu sein; man trifft nur selten auf andere Radfahrer oder Spaziergänger. Er führt direkt zum Flughafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich in das Wäldchen fuhr, hörte ich ein Flugzeug über mir, konnte es jedoch nicht sehen. Ich hoffte aber, noch mehr Flugzeuge starten oder landen zu sehen. Bald kam ich aus dem Wald heraus, fuhr ein Stück bergauf und fand mich nach einigen Metern am Flughafengelände wieder; der Weg führt direkt am Zaun entlang. Ich fuhr um das Gelände herum und hielt neben der Einflugschneise an, aber kein Flugzeug war weit und breit zu sehen oder zu hören. An anderen Tagen hatte ich mehr Glück; die Flieger kommen einem dort sehr nahe. Bei sonnigem Wetter und blauem Himmel ist das eine gute Gelegenheit, ein wenig zu träumen. Der Dresdner Flughafen ist angenehm überschaubar, modern und hat eine schöne Besucherplattform. Bei der Wahl eines ferneren Urlaubsziels spielt es für uns durchaus eine Rolle, ob wir von Dresden aus fliegen können. Träume, das ist mir in letzter Zeit klar geworden, sind allein schon ihrer motivierenden Wirkung wegen wichtig. Manche lassen sich sogar realisieren, und bei diesem Gedanken freute ich mich auf den bevorstehenden Urlaub in ein paar Wochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sich am Flughafen nichts tat, fuhr ich weiter nach Rähnitz. Dort musste ich eine stark befahrene Straße überqueren, was sich als etwas schwierig erwies. Offensichtlich war das ganze Umland nach Dresden unterwegs. Irgendwann klappte es dann doch, und ich fuhr weiter nach Weixdorf und hinter dem dortigen Waldbad in die Heide hinein, froh, die Landstraßen hinter mir lassen zu können. Wenn die Straßen zu voll sind, ist eine Fahrt durch die Heide immer eine gute Alternative. Das Waldbad Weixdorf, ein Naturbad, ist zur Erholung und zum Erfrischen durchaus zu empfehlen, aber für dieses Jahr kommt das wohl nicht mehr in Frage.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Strecke war bislang abwechslungsreich und hügelig gewesen und würde es auch bleiben. Ich war zufrieden und guter Dinge. In den vergangenen Wochen waren Kondition und Motivation auf dem Tiefpunkt gewesen, gesundheitliche Probleme hatten sich gehäuft in diesem Jahr, und ich kann nicht einmal sagen, was nun Ursache und was Wirkung war; vermutlich spielte Verschiedenes ineinander.  Zeitweise aufs Radfahren verzichten zu müssen, hat den Mut ziemlich sinken lassen; schließlich ist mir das Rad viel mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Aber nun gibt es neue sportliche Ziele sowie ein gutes und, was noch wichtiger ist, realistisches Trainingsprogramm. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder auf Tour zu sein, fühlte sich richtig gut an. Ich konnte in die Pedalen treten, mich anstrengen und kam auch die meisten Hügel hinauf. Zwischen Weixdorf und Langebrück ist die Heide sehr ruhig; ich fuhr Richtung Hofewiese, um sie von Norden nach Süden zu durchqueren. Nachdem ich die Langebrücker Straße überquert hatte, kam ich zu weit nach rechts von meiner Route ab, denn irgendwann befand ich mich auf dem Weg, der durch unser Pilzgebiet führt. Dieser Umweg war kein Problem: ich fuhr ein Stück zurück, widerstand der Versuchung, nach Pilzen zu schauen, und bog an unserer gewohnten Kreuzung Richtung Hofewiese ab. Von dort aus ging es hinunter ins Prießnitztal; wieder eine flotte Talfahrt, der ein Anstieg folgte, wo ich schieben musste. Sogar am Steinpilzwald war ich vorbei gefahren. Für den folgenden Tag hatten wir ohnehin eine Pilzwanderung geplant, so dass ich mich gut aufs Training konzentrieren konnte.  An der Marienallee verließ ich die Heide, überquerte die Stauffenbergallee und fuhr die Forststraße entlang bis zur Bautzener Straße, die ich am Diakonissenkrankenhaus überquerte. Ich fuhr zur Elbe hinunter und weiter auf der Neustädter Seite nach Hause. Dabei hatte ich Gelegenheit, über die neue &lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2557108"&gt;Molenbrücke&lt;/a&gt; zu fahren, die seit ihrer Eröffnung in der vergangenen Woche von zahlreichen Fußgängern und Radfahrern gern genutzt wird. Ich freue mich über diese Brücke nicht nur, weil ich sie täglich auf meinem Weg zur Arbeit überqueren kann, sondern vor allem, weil sie den Elberadweg ein Stück attraktiver und komfortabler macht. Nach den schlechten Entscheidungen in Sachen Brückenbau verfügt Dresden nun über eine wirklich vorzeigbare Brücke, eine hübsche, kleine Attraktion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei Stunden war ich an diesem Tag unterwegs gewesen, zwischen 30 und 35 Kilometer gefahren; belastungsmäßig hat es genau gepasst. Und wenn ich mir auch weitere Touren wünsche – froh und glücklich bin genau jetzt über diese eine.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-5887969752787075741?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/5887969752787075741/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/09/110910-dresden-volkersdorf-rahnitz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5887969752787075741'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5887969752787075741'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/09/110910-dresden-volkersdorf-rahnitz.html' title='11.09.2010 Dresden-Volkersdorf-Rähnitz-Dresdner Heide und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-8632434656225587269</id><published>2010-06-24T13:51:00.000-07:00</published><updated>2010-06-24T13:56:12.559-07:00</updated><title type='text'>15.6.-18.6.2010: Magdeburg - Dresden</title><content type='html'>Wir sind die erste Mehrtagestour gefahren, und weil der Umfang die Möglichkeiten eines Blogeintrags gewaltig sprengen würde, sei auf diesen &lt;a href="http://www.sternstaub.org/forums/topic.php?id=2696&amp;highlight=&amp;page=1&amp;s=096664a0499b907322465b055cb7718b"&gt;Reisebericht&lt;/a&gt; verwiesen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-8632434656225587269?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/8632434656225587269/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/06/156-1862010-magdeburg-dresden.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8632434656225587269'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8632434656225587269'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/06/156-1862010-magdeburg-dresden.html' title='15.6.-18.6.2010: Magdeburg - Dresden'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-8870068395327643831</id><published>2010-06-12T04:06:00.000-07:00</published><updated>2010-06-12T11:27:41.919-07:00</updated><title type='text'>11.06.2010 Dresden – Pirna und zurück</title><content type='html'>Tja – so richtig Kilometer schaffen wollte ich dieses Mal nicht. Dennoch hatte ich vor, dieser kurzen Radtour einen Eintrag zu widmen. Meist gibt es so viel über den Verlauf der Tour zu berichten, dass für all das, was ich sonst noch erzählen möchte, wenig Raum bleibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgewacht war ich gegen sechs Uhr – ich hatte mir nicht den Wecker gestellt – , aber aufstehen mochte ich zunächst nicht. Am Vorabend war ich länger als gewohnt aufgeblieben. Normalerweise bin ich Frühaufsteherin, doch im Juni, wenn die Tage kürzer sind, bin ich auf Sommer eingestellt und würde mir gern mehr Leichtigkeit, Freiheit und Abweichungen vom normalen Rhythmus gestatten – hin und wieder zumindest.  An Werktagen ist das leider ausgeschlossen, da muss ich hundertprozentig fit sein. In den letzten Wochen sind mir ohnehin zu viele Fehler bei der Arbeit unterlaufen: Zeit also, Urlaub zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen Urlaubstag stand ich recht früh auf, weil diese Tour nicht nur meinem Vergnügen dienen, sondern einen praktischen Zweck erfüllen sollte. Aber ich ging es ruhig an, erledigte noch ein paar Kleinigkeiten und frühstückte mit Sohn Nr. 3, der ebenfalls frei hatte. &lt;br /&gt;Kurz nach halb acht fuhr ich los. Es war sonnig und warm, und der Tag sollte richtig heiß werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um die Natur erwachen zu sehen, war es viel zu spät. Ich rechnete auch mit Andrang auf dem Elberadweg; aus diesem Grund verlasse ich die Stadt ungern in östlicher Richtung. Ungeachtet des lebhaften Verkehrs auf dieser Strecke ist der Weg oft sehr schmal. Ich hatte die Wahl gehabt, mit der S-Bahn oder mit dem Rad nach Pirna zu fahren, aber die Entscheidung für das Rad war schnell getroffen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wegen der zu erwartenden Hitze fuhr ich ganz gemütlich. Der Berufs-Radverkehr war größtenteils schon durch, aber die ersten Radtouristen waren bereits auf dem Weg. Allerdings begegneten mir kaum Kolonnen, nur einzelne Fahrer oder Paare, fast alle wirkten froh und entspannt, und niemand behinderte den anderen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Baustelle der Waldschlösschenbrücke machte ich ein Foto. Während ich dort stand und mit dem Auslöser beschäftigt war, rief mir einer im Vorbeifahren zu, dass ich mich schämen sollte, dieses hässliche Ding auch noch zu fotografieren. Er war viel zu schnell weg, als dass ich ihm hätte antworten können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hallo? Wo steht geschrieben, dass man nur Schönes fotografieren darf? Ich habe gegen diese Brücke gestimmt und sehe keinen Grund, mich zu schämen. Die Brückenbefürworter werden sich ihrer Entscheidung wohl auch nicht schämen. Die Autofahrerlobby hat sich durchgesetzt, das Ding wird gebaut. Ob hässlich oder nicht, die entstehende Brücke gehört bereits zum Stadtbild. Für mich ist sie Ausdruck von Ambivalenz, ein Gegenstück zur anmutig strahlenden Frauenkirche, die mir oft vorkommt, als könnte sie sich auflösen wie Zuckerguss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich die Elbschlösser fotografierte, sah ich durchweg freundliche Blicke auf mich gerichtet. Wahrscheinlich ist das typisch sächsisch: erst so ein Ding verzapfen und es dann nicht wahrhaben wollen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr weiter und dachte nicht länger über das Erlebnis nach, was mir relativ leicht fiel, da ich auf dem Rad sehr bald friedlich wurde. Statt dessen reflektierte ich die Lektüre vom Vorabend: „Radfahren“, ein Büchlein von Michael Klonovsky. Dass sich etliche Leute schreibend über das Radfahren auslassen, hatte ich bisher noch nicht gewusst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Laubegast saßen die ersten Gäste auf der Terrasse eines Cafés. Eine Reihe von Schwänen überquerte die Elbe. Angenehm frisch war es in Flussnähe, und auf einmal fühlte ich mich an Ferien an der Ostsee erinnert. Sommer und der Geruch des Wassers, Urlaubsstimmung – und ich war doch faktisch noch zuhause. Da war es abgestreift, das Pflichtenkorsett, und dieses Gefühl war wunderbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Froh und leichten Mutes radelte ich an Kleinzschachwitz vorbei, fotografierte die Kirche „Maria am Wasser“ in Hosterwitz, genoss den Blick zum Pillnitzer Schloss auf der anderen Elbseite, und zwischen Zschieren und Heidenau, wo man die Stadt wirklich hinter sich lässt, gefiel es mir so gut, dass ich mich am liebsten am ruhigen, vom Weg etwas abgelegenen Ufer niedergelassen hätte. Aber dann sah ich schon die Häuser auf dem Sonnenstein vor mir auftauchen: Pirna war in Sichtweite und bald darauf erreicht. Am Elbeparkplatz bog ich ab und wandte mich Richtung Altstadt. Ich landete in der Fußgängerzone und stieg vom Rad. Die Altstadt von Pirna ist sehr schön, und mir fiel ein, wie lange ich mir schon einen Bummel dort vorgenommen habe. Aber auch dieses Mal wurde nichts daraus; ich wollte mittags wieder zuhause sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerhalb der Fußgängerzone ist die Stadt vom Verkehr verstopft; ich sah zu, dass ich mein Ziel erreichte. Ich musste ein bisschen suchen, um die Einfahrt zum Baumarkt zu finden, aber schließlich entdeckte ich sogar einen Fahrradständer, wo ich mein Rad lassen konnte. Den gewünschten Geschenkgutschein hatte ich schnell erworben und konnte den Heimweg antreten. Dieses Mal fand ich eine kürzere Fahrstrecke hinunter zur Elbe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war nun heiß und windig, und der Wind wehte mir entgegen. Während ich dagegen an strampelte, dachte ich immer wieder über das Buch von Michael Klonovsky nach. Der Autor ist seiner Selbstauskünfte nach ein Hedonist durch und durch. Seine Auffassungen teile ich stellenweise, öfter bin ich geneigt, ihm zu widersprechen. Es wäre ja schlimm, wenn sich sämtliche Radfahrer in ihren Beweggründen und ihrem Fahrverhalten gleichen würden. Sein Schreibstil gefällt mir sehr gut; er ist amüsant, selbstironisch und ein wenig provokativ, auch eine gewisse Bescheidenheit oder eher die Fähigkeit, sich selbst wieder herunterzuholen, sprechen für das Buch und den Verfasser. Als Reiselektüre taugt das Büchlein nur dann, wenn man wenig Zeit zum Lesen aufbringen möchte: es ist einfach zu mitreißend und zu kurzweilig, als dass man sich tagelang darin vergraben oder gar verlieren könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich wieder nach Dresden hinein fuhr, freute ich mich auf zuhause und hatte kein Bedürfnis, mich länger auszupowern, was gewiss der Temperatur geschuldet war: das Thermometer zeigte 28 Grad im Schatten an. Es sollte noch auf 31 Grad steigen – ich hoffe, keiner der Radtouristen ist unterwegs aus dem Sattel gekippt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://picasaweb.google.com/Bisasam64/Radtour1106201002#"&gt;Fotos&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-8870068395327643831?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/8870068395327643831/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/06/110610-dresden-pirna-und-zuruck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8870068395327643831'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/8870068395327643831'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/06/110610-dresden-pirna-und-zuruck.html' title='11.06.2010 Dresden – Pirna und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-6332659990559495305</id><published>2010-05-30T04:38:00.000-07:00</published><updated>2010-05-30T06:03:59.233-07:00</updated><title type='text'>29.5.2010 Neusörnewitz – Meißen – Lommatzsch – Oschatz – Riesa – Meißen – Dresden</title><content type='html'>Am Pfingstsonnabend bin ich noch im Großenhainer Land geradelt, und am Pfingstmontag wurde dieses Gebiet von einer Naturkatastrophe heimgesucht. Mir geht das sehr nahe, verbinde ich doch mit diesen Städten und Ortschaften ganz aktuelle persönliche Eindrücke. Es sind nicht mehr nur Flecken auf der Landkarte, sondern ein Stück Heimat. Diese Heimat zu erkunden, ist ein Ziel meiner Touren, und ich fühle mich den Gegenden, die ich erlebt und gesehen habe, dauerhaft verbunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für diesen Sonnabend hatte ich mir vorgenommen, einen Teil der Lommatzscher Pflege zu durchfahren, denn die Gegend interessiert mich schon lange. Um die Strecke ein wenig abzukürzen, wollte ich die S-Bahn bis Meißen nehmen. Gegen 6.00 Uhr brach ich von zuhause auf. Gerade noch rechtzeitig fiel mir ein, dass ich mein beladenes Tourenrad nicht die Treppen am Meißner Bahnhof hinuntertragen wollte, und deshalb stieg ich eine Station eher in Neusörnewitz aus, wo sich der Bahnsteig zu ebener Erde befindet. Von dort ist es noch ein Stück bis zur Elbe, aber ich kenne den Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Elbtal war in Frühnebel gehüllt. Den Radweg kann man wegen der Hinweisschilder kaum verfehlen, aber von der Elbe war zunächst nichts zu sehen. Zwei Radfahrer waren mit Rennrädern Richtung Meißen unterwegs. Auf einmal konnte ich milchig und silbern den Fluss neben mir erkennen. Einige Minuten später wurde es klar. Kurz vor Meißen hörte ich die Glocken Sieben schlagen. Ich überquerte die Elbbrücke und fuhr noch ein Stück in nordwestlicher Richtung. Die Straße an der Altstadt vorbei nach Niederjahna, welche ich nehmen wollte, war wegen Bauarbeiten gesperrt. Es wäre naheliegend gewesen, weiter auf dem Elberadweg zu fahren und dann von Riesa aus nach Oschatz abzubiegen, aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ein paar linkselbische Dörfer kennenzulernen und war so schnell nicht bereit, von diesem Vorhaben abzusehen. Man kann auch mit einer der Fähren zwischen Meißen und Diesbar ans andere Ufer übersetzen, aber die fahren am Wochenende nicht zu so früher Stunde. Die Karte zeigte mir eine Alternativroute:  ich fuhr noch ein Stück die Leipziger Straße entlang und dann über Gasern nach Niederjahna. Es ging zunächst steil bergauf, und ich musste ein Stück schieben. Auf der Höhe angekommen, sah ich zurückblickend die Spitzen der Meißner Domtürme über den Hügel ragen. Der Himmel sah trüb und ein wenig gewittrig aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz vor Niederjahna musste ich ein Stück Schnellstraße fahren. Zum Glück waren es nur wenige Meter bis zum Ortseingangsschild. Richtung Lommatzsch sollte man nicht, wie ich es zunächst versucht habe, nach Oberjahna abbiegen, sondern weiter geradeaus fahren. Es ging über sehr ruhige, wenig befahrene Landstraßen nach Neumohlis und Pröda, wo ich mich entschied, nach links Richtung Kleinkagen abzubiegen, weil mir die Straße sympathischer aussah. Aber auch rechts herum hätte ich nach Lommatzsch fahren können. Die Dörfer, die ich durchquerte, waren klein, hübsch – noch nicht kaputtmodernisiert wie anderswo -, mit vielen alten Höfen und Fachwerkhäusern, und an den meisten wurde gebaut. Die Lommatzscher Pflege gilt als Kornkammer Sachsens, und man sieht viele Landwirtschaftsbetriebe, Felder, Hügel und idyllische Täler. Ich benutzte die ADFC-Radtourenkarte „Lausitz, Östliches Erzgebirge“, auf der für Radler geeignete Strecken farbig markiert sind. Gerade bei dieser Tour bin ich aber öfter von den Radwegen abgewichen; viele Landstraßen sind durchaus für Radler gut geeignet und außerdem auch gut beschildert. An Wegmarkierungen hapert es links der Elbe, soweit ich es erlebt habe. In Mohlis traf ich auf den Elbe-Mulde-Radweg und fuhr ihn ein Stück bis Mertitz. Diesen Weg weiter nach Westen zu fahren, würde mich auch sehr reizen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über Daubnitz gelangte ich nach Lommatzsch. Ich machte zunächst ein Foto von der markanten Kirche St. Wenzel und rastete dann auf einer Bank. Es war neun Uhr. Sämtliche Straßen Richtung Döbeln waren gesperrt, aber das betraf mich ausnahmsweise einmal nicht – ich fuhr weiter geradeaus Richtung Riesa. In Scheerau biegt der Radweg nach rechts, aber ich nahm ihn nicht, fuhr weiter und kürzte dadurch ein gutes Stück ab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Beginn einer Radtour denke ich oft noch an den Alltag und beschäftige mich mit der Strecke, die vor mir liegt. In der Mitte der Tour aber genieße ich nur noch das Unterwegssein, und das ist meist der schönste Teil der Fahrt. Radfahren hat dann etwas Meditatives, und man hat das Gefühl, noch ewig weiter zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein nicht beschilderter Weg, der aussah, als würde er in die gewünschte Richtung führen, brachte mich nach Striegnitz. Von Trogen aus gelangte ich über einen Feldweg voller Pfützen nach Gleina. Über Strauchitz ging es weiter nach Hof. Dort musste ich die Radwanderkarte „Saale, Westliches Erzgebirge“ zur Hand nehmen. Ich durchquerte Hof, fuhr weiter Richtung Raitzen und gelangte bald auf eine gut markierte Strecke nach Oschatz. Diese als Radweg gekennzeichnete Straße wurde aber bald zur Schnellstraße, auf der ich sehr ungern fuhr. Ein separater Radweg führt am Windberg vorbei; ich fuhr ihn auf gut Glück entlang. Leider endete er abrupt, und ich musste mit dem Rad eine Böschung hinunter. Auf der linken Fahrbahnseite gibt es auch einen Radweg, der laut Karte bis nach Oschatz führt. Das bemerkte ich aber erst zuhause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gelangte wieder auf die Schnellstraße und fuhr weiter bis nach Oschatz hinein, wo es glücklicherweise einen Radweg neben der Fahrbahn gab. Ich überquerte die B 6, wandte mich Richtung Zentrum und machte ein Foto von St. Aegidien. Es war dreiviertel elf. Da in Oschatz viel Verkehr war, vermied ich es, bis ins Zentrum vorzudringen, zumal meine geplante Strecke nach Nordosten aus der Stadt führte. Voller Freude und Erleichterung entdeckte ich den Radweg nach Mannschatz, aber am Ende des Ortes folgte die Enttäuschung: dort, wo es über Felder hinweg weiter gehen sollte, war der Weg gesperrt. Der Sandweg verhieß nach all den Regentagen ohnehin nichts Gutes. Ich blieb also auf der Landstraße Richtung Kleinragwitz und bog kurz vor dem Ort nach links Richtung Borna ab. Gleich nachdem ich den Bahndamm (Strecke Leipzig/Dresden) unterquert hatte, entschied ich mich, wiederum nicht den Radweg bei Borna anzusteuern, sondern nach Bornitz abzubiegen, wo ein Hinweisschild mit „Riesa 8 km“ lockte. Die parallel zum Bahndamm verlaufende Landstraße ist die kürzeste Verbindung nach Riesa. Trotz ihres stellenweise schlechten Zustandes war sie aber recht befahren. Umso mehr freute ich mich, als es dann einen Radweg neben der Straße gab. Als ich auf Riesa zu fuhr, sah ich einen ICE vorbeifahren. Wenn ich wieder einmal mit dem Zug dort unterwegs bin, werde ich an diese Radtour denken. Nun konnte ich eine Pause gebrauchen, aber es gab keinen geeigneten Rastplatz, und deshalb fuhr ich weiter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Riesa ist eine größere, ausgedehnte Stadt. In der Annahme, dass der Hafenbrücke auch eine „richtige“ Brücke folgen würde, überquerte ich sie, fuhr weiter gerade aus und wandte mich dorthin, wo ich die Brücke vermutete. Nach kurzem Herumirren zwischen Industriebetrieben, fragte ich einen älteren, ortsansässig aussehenden Radfahrer nach dem Weg. Er erklärte mir, dass ich noch ein Stück über die B 182 bis zur Elbbrücke fahren müsse, und zwar nicht nach Strehla,  sondern in die entgegengesetzte Richtung, was mir einleuchtete. Man muss unter der Eisenbahnbrücke hindurch fahren, sich gleich nach rechts wenden, wo schon ein Schild auf den Elberadweg hinweist. Am Bahnhof vorbei geht es über die Elbbrücke. Glücklich und zufrieden fuhr ich über die Elbe und auf den Elberadweg. Ich finde es günstig, bei längeren Touren unbekannte und bekannte Strecken zu kombinieren. Nun lag der leichtere und vertraute Teil der Tour vor mir. Auf einer schon bekannten Bank bei Moritz machte ich Rast. Es war 12.30 Uhr. Ich ließ die bisherige Strecke Revue passieren und verspürte ein großes Glücksgefühl. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich weiter fuhr, begegneten mir immer wieder Kolonnen von Radfahrern. Die Elbwiesen sind dort weit und stellenweise sumpfig; immer wieder hörte ich Frösche quaken. Dann sah ich die Schornsteine des Chemiewerks Nünchritz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Laufe des Tages war es schwül geworden, und allmählich ließ meine Kondition nach. Ich hatte die Möglichkeit, in Meißen oder besser Neusörnewitz die S-Bahn zu nehmen, war mir aber ziemlich sicher, mit dem Rad bis nach Dresden fahren zu können. In Diesbar machte ich wieder eine kurze Pause und nahm mir vor, von da an öfter zu rasten. Dieser Plan ging nicht ganz auf. Viele Leute waren auf dem Elberadweg unterwegs, und einige von ihnen wollte ich nicht zweimal vor mir haben. So musste ich öfter überholen, als es mir lieb war. In Meißen wollte ich etwas länger halten, aber herannahende Skater ließen mich früher als geplant wieder aufs Rad steigen. Und um Radebeul herum waren besonders viele Sonntagsfahrer und –Fahrerrinnen unterwegs. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen 15.45 Uhr war ich zu Hause. Insgesamt müssen es an die 115-120 Kilometer gewesen sein, und viel länger hätte ich nicht fahren mögen. Eine interessante Strecke war es gewesen, die mir weitere Radwanderrouten eröffnet hat und über die ich mich auch rückblickend sehr freue. Der Sonntag war mir nun als Ruhetag sehr willkommen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-6332659990559495305?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/6332659990559495305/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/2952010-neusornewitz-meien-lommatzsch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/6332659990559495305'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/6332659990559495305'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/2952010-neusornewitz-meien-lommatzsch.html' title='29.5.2010 Neusörnewitz – Meißen – Lommatzsch – Oschatz – Riesa – Meißen – Dresden'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-1741337454758375411</id><published>2010-05-30T04:35:00.000-07:00</published><updated>2010-05-30T04:37:33.603-07:00</updated><title type='text'>Hügelland bei Niederjahna, Meißner Domtürme</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TAJNzIpJZ1I/AAAAAAAADks/dG_ciPcpo-Q/s1600/H%C3%BCgelland+bei+Niederjahna,+Mei%C3%9Fner+Domt%C3%BCrme.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TAJNzIpJZ1I/AAAAAAAADks/dG_ciPcpo-Q/s400/H%C3%BCgelland+bei+Niederjahna,+Mei%C3%9Fner+Domt%C3%BCrme.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5477025637724677970" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-1741337454758375411?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/1741337454758375411/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/blog-post.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/1741337454758375411'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/1741337454758375411'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/blog-post.html' title='Hügelland bei Niederjahna, Meißner Domtürme'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TAJNzIpJZ1I/AAAAAAAADks/dG_ciPcpo-Q/s72-c/H%C3%BCgelland+bei+Niederjahna,+Mei%C3%9Fner+Domt%C3%BCrme.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-3408402075838377782</id><published>2010-05-23T02:11:00.000-07:00</published><updated>2010-06-12T04:30:46.748-07:00</updated><title type='text'>22.05.2010 Dresden – Moritzburg – Großenhain – Nünchritz und zurück</title><content type='html'>In den vergangenen Wochen hatte sich soviel Bewegungsdrang in mir angestaut, dass ich nun, da die Wetterprognosen einigermaßen waren, unbedingt aufs Rad wollte. &lt;br /&gt;Ich musste mich etwas überwinden, den Wecker am Pfingstsonnabend auf 5.00 Uhr zu stellen, aber es sollte sich zeigen, dass ich keineswegs zu früh aufgestanden war – draußen war es schon taghell, und es sah nach schönem Wetter aus. Kurz vor halb sieben brach ich auf. Am liebsten hätte ich eine Heidetour gemacht, aber nach dem Regenwetter der letzten Zeit wäre das ein schlechter Plan gewesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr wie gewöhnlich, wenn es mit dem Rad nach Moritzburg geht, Richtung Heidefriedhof aus der Stadt. Und wie immer schob ich mein Rad den Boxdorfer Berg hinauf, staunte aber nicht schlecht, weil ich ohne Pause und ohne aus der Puste zu kommen bis nach Boxdorf gelangte. Das sah nach guter Tagesform aus, und die konnte ich gebrauchen, hatte ich mir doch eine schöne Strecke vorgenommen. Ich fuhr die Schlossallee entlang nach Moritzburg; es war noch ruhig auf dieser sonst vielbefahrenen Straße. Natürlich hatte ich auch Bedenken, was mein Vorhaben anging, zweifelte daran, ob ich mit einem gerade halbwegs verheiltem Fuß eine Tagestour würde machen können, zumal ich sechs Wochen, von etwas geruhsamem Yoga abgesehen, keinen Sport getrieben hatte. Aber ich hielt es einfach nicht länger aus, ich wollte Sonne, Natur und die sportliche Herausforderung. Längere Touren fahre ich allein; ich brauche diese Auszeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während ich fuhr, stieg in der Richtung, welche ich nehmen wollte, ein silberner Ballon in den Himmel. Dieser Anblick fühlte sich an wie eine Ermutigung, Träume fliegen zu lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz still und friedlich war es in Moritzburg, diesem beliebten Ziel von Wochenendausflüglern und Touristen, und ich wusste, dass es gut gewesen war, die Strecke in genau dieser Reihenfolge zu planen. Ich fuhr am Schloss vorbei und bog dann in den Waldweg ein, der am Sophienteich vorbei zu den Altenteichen führt. Am Sophienteich machte ich eine kurze Pause. Als ich dort stand und auf die blauen, sich kräuselnden Wellen sah, den Vögeln lauschte und in den Himmel blickte, erlebte ich schon alles, was ich mir für dieses Wochenende gewünscht hatte. Kein Graureiher war zu sehen, aber kurz bevor ich aufbrach, flog einer hoch in der Luft über mich hinweg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es zu den Altenteichen. Ich freute mich, ein schönes Stück durch den Wald fahren zu können, und dieser Weg ist in einem sehr guten Zustand. Dennoch sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass längeres Fahren auf durchnässtem Boden ziemlich anstrengen kann. Kurz vor der Klinik Heidehof bog ich Richtung Steinbach ab. Der ausgeschilderte Weg zum Köckritzteich war voller Pfützen. Er führt zwischen Köckritzteich und dem kleineren Silberteich entlang. Dort weideten Kühe direkt am Teichufer, und manche standen so dicht am Weg, dass ich sie beinahe hätte berühren können. Der Rundweg fährt sich bei anhaltend schönem Wetter sicher sehr gut. Ich musste ein paar Mal vom Rad absteigen, um nicht ein unfreiwilliges Schlammbad zu nehmen, kam aber wohlbehalten in Steinbach an. Nun wünschte ich mir eine gut befahrbare Straße, und da war sie auch. Ich wollte weiter über Lauterbach – Beiersdorf nach Großenhain fahren, doch in Lauterbach wurde gebaut. Die ausgeschilderte Umleitung über Ebersbach wollte ich nicht fahren und versuchte, an der Baustelle vorbei zu kommen. Obwohl am Wochenende dort niemand baut und man gut einen Pfad für Fußgänger und Radfahrer hätte  freilassen können, war absolut kein Durchkommen – dieser Zugang zum Ort glich einer Festungsmauer. Hätte ich, wie zunächst beschlossen, Lauterbach in westlicher Richtung umfahren, hätte ich wohl ein paar Kilometer eingespart, aber aus Sorge, mich zu verfahren, nahm ich doch die ausgeschilderte Umleitung.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich hörte auf, mich über deutsche Gründlichkeit und damit verbundene Vollsperrungen zu ärgern und ärgerte mich stattdessen über den Umweg, der mich zu weit nordöstlich brachte. Insgesamt waren es an die zehn Kilometer, die ich zusätzlich zur geplanten Route durch die Gegend fuhr. Vorbei ging es an leuchtenden Rapsfeldern; der blaue Himmel hatte sich etwas eingetrübt. Ebersbach ist ein langgezogener, hübscher Ort mit schönen Bauernhäusern und Höfen, und dort angekommen, freundete ich mich mit den zusätzlich gewonnenen Eindrücken an. Dann endlich führte der Weg wieder nach links Richtung Lauterbach. In Hohndorf machte ich eine Pause, denn ich hatte mir vorgenommen, die Fahrt öfter zu unterbrechen und regelmäßig zu trinken und zu essen. Ich achtete auch darauf, mindestens zehn Minuten sitzen zu bleiben. Außerdem gab ich mein Wunschvorhaben auf, bis Zabeltitz zu fahren, das wäre auch ohne Umweg schon recht weit gewesen. Ich wollte mich fordern, aber nicht schinden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es vorbei an Nauleis nach Dallwitz. Dort sah ich ein schönes, an einem Flüsschen gelegenes Grundstück mit einem längst verlassenen und verfallenen Haus, das mir sehr gut gefiel und mich ein bisschen sentimental stimmte. Dahinter erstreckte sich eine Wiese, und mitten auf der Wiese saß ein Hase. Ich hielt an, versuchte, mich an ihn heranzupirschen, um ihn zu fotografieren, aber er bemerkte mich und hoppelte davon. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein paar Meter weiter lag das winzige Dorf Lenz, nur aus wenigen Häusern bestehend, und ich fand es wunderhübsch. Weitgehend in Ordnung und gepflegt, war es nicht, wie vielerorts üblich, in eine Baumarktprospekt-Fertighaussiedlung verwandelt worden, man hatte den ursprünglichen Charakter bewahrt. Die Straße endete dort, und ich fuhr den daran anschließenden, relativ gut befestigten Weg weiter. Die Markierung zeigte siebeneinhalb Kilometer bis Großenhain an, und das war eine wirklich gute Nachricht. Der Himmel sah graublau aus, als ob es gegen Abend Gewitter geben würde, es war warm und freundlich, und ich hatte nur leichten Gegenwind. Der Weg war ganz gut zu fahren, er führte am Fuchsberg vorbei. Weiter vorn war ein Kirchturm zu sehen: das musste Großenhain sein. Die Strecke war bislang so ruhig gewesen, dass man kaum daran dachte, an einem verlängerten Wochenende unterwegs zu sein: nur wenige Radfahrer und Autofahrer waren mir unterwegs begegnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Zentrum von Großenhain war gut zu finden. Halb elf kam ich dort an und sah mich kurz um, ehe ich wieder auf die Karte schaute. Ich war bereits zu weit gefahren: unterhalb der Großen Röder hätte ich links abbiegen müssen – wenn mich Großenhain weniger interessiert hätte. Ein schöner Radweg führt ein Stück an der Röder entlang. Man überquert den Fluss zweimal und befindet sich schließlich auf einer befahrenen Straße, die in der einen Richtung nach Meißen, in der anderen nach Zabeltitz führt. Für Radfahrer ist sie jedoch nicht zu empfehlen. Ich wandte mich nach Nordenwesten Richtung Kleinraschütz/Großraschütz. An Feldern vorbei, über denen immer wieder Raubvögel kreisten, ging es nach Skassa und von dort nach Weißig. Hinter Weißig angekommen, sah ich vor mir das Chemiewerk Nünchritz, und als ich darauf zufuhr, sah ich rechter Hand Riesa liegen. Radwege führen dort an neugebauten Schnellstraßen entlang; die Strecke ist gut beschildert und es gibt in regelmäßigen Abständen Stellen mit Verkehrsinseln, wo man die Straße überqueren kann. Ich fuhr um das Chemiewerk herum und gelangte so auf den Radweg, der daran vorbei führt. Bei Leckwitz fuhr ich auf den Elberadweg und machte erst einmal Pause. Es war kurz nach zwölf Uhr. Ich freute mich über die Schönheit des Elbtals, das zwischen Meißen und Riesa besonders idyllisch ist, und über den bekannten und mit Sicherheit gut zu bewältigenden Rest der Strecke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die Tour bis dahin über Wege oder nur wenig befahrene Straßen geführt hatte, geriet ich nun in den Feiertagsausflugsverkehr. Radfahrerkolonnen, Wanderer, radelnde Familien mit Kindern jeden Alters waren unterwegs. Das Grün der Wiesen und Elbhänge war so frisch und intensiv wie meist um diese Jahreszeit. Man kann von solchen Bildern und Erinnerungen lange Zeit zehren. Die Natur kann so viel Freude geben, dass sich alle Sorgen, Ängste, alles Belastende gleichsam darin auflösen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Diesbar-Seußlitz hielt gerade ein Dampfer, Restaurants und Cafés waren gut besucht. Diesen bei Ausflüglern beliebten Ort habe ich so bevölkert noch nicht erlebt – meist fahre ich in den frühen Morgenstunden dort entlang, wenn es noch ruhig ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber noch hielt sich der Verkehr in Grenzen. Es ist ja auch schön, zu erleben, wie gern sich all die Leute unter freiem Himmel bewegen und wie sehr sie den Aufenthalt an der Elbe genießen. Immer wieder sah ich Familien, die es sich im Gras und auf Rastplätzen gemütlich gemacht hatten. Bald war ich in Meißen, wo ich noch einmal Pause machte. Zwischen Meißen und Radebeul musste ich doch einige Sonntagsfahrer überholen; manche radeln so langsam, dass man einfach nicht hinter ihnen bleiben kann. Insgesamt habe ich aber versucht, mich nicht zu sehr anzutreiben, viel zu schalten, dadurch Kräfte zu sparen und auch die Landschaft zu genießen, was mir bei vergangenen Touren nicht immer gelungen ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen 14.45 war ich zuhause, gut ausgearbeitet, aber nicht restlos k.o.  Sicherheitshalber hatte ich Sportbandagen mitgenommen, aber keine davon benötigt. Als ich die Strecke anhand der Karte noch einmal durchging, glaubte ich es kaum: um die 100 Kilometer war ich unterwegs gewesen. Angefühlt hatte es sich wie 70 bis 80 Kilometer, zu einem guten Teil der abwechslungsreichen Strecke wegen, aber sicher auch, weil ich mir mehr Zeit gelassen hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Vorderrad-Packtäschchen hat sich als sehr praktisch, robust und nützlich erwiesen: Dinge, die weniger schwer sind, aber häufiger benötigt werden, können schnell entnommen und wieder hineingeworfen werden. Mit dem Kauf der zweiten Tasche werde ich wohl nicht mehr lange warten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://picasaweb.google.com/Bisasam64/Radtour22052010#"&gt;Fotos&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-3408402075838377782?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/3408402075838377782/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/22052010-dresden-moritzburg-groenhain.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/3408402075838377782'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/3408402075838377782'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/22052010-dresden-moritzburg-groenhain.html' title='22.05.2010 Dresden – Moritzburg – Großenhain – Nünchritz und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-5949428550685130473</id><published>2010-05-13T05:28:00.000-07:00</published><updated>2010-05-13T05:31:36.716-07:00</updated><title type='text'>Vorfreude</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/S-vw3gvCRPI/AAAAAAAADfM/svskTZFJ7e8/s1600/20100513_0001.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 279px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/S-vw3gvCRPI/AAAAAAAADfM/svskTZFJ7e8/s400/20100513_0001.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5470731008842286322" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Der Start in die Fahrradsaison verlief nicht nach meinen Wünschen. Die erste größere Tour vorzeitig abgebrochen, danach Zwangspause wegen einer Verletzung beim Wandern – und ganz nebenbei habe ich auch einen Dance-Aerobic-Kurs in den Sand gesetzt: finanziell und in Sachen Fitness derzeit nur Minuspunkte. Gute Vorsätze sind gestrichen oder vielmehr modifiziert. Die nächste Tour – sie kommt bestimmt! werde ich behutsam angehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Tourenrad hat die zweite Durchsicht hinter sich, und ich habe die Gelegenheit genutzt, es wieder etwas verbessern zu lassen. Der Trekkinglenker war beim letzten Mal angebaut worden, nun musste es eine Vorrichtung zum Anbringen von Vorderradtaschen sein. Als ich mich danach erkundigte, wurde ich gefragt, ob ich auf Weltreise gehen möchte, aber so weit sind wir noch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorderradtaschen sind mir für Mehrtagestouren empfohlen worden. Und: es sollte etwas Stabiles, etwas Gutes sein. Ich bin skeptisch gegenüber Behauptungen, nur Teures sei gut, andererseits wollte ich einen Fehlkauf vermeiden und entschied mich für jene von der Werkstatt empfohlene Tasche,  eher ein Täschchen, wie man sieht. Später, vielleicht zum Geburtstag, leiste ich mir dann eine zweite. Für den Gepäckträger tut es erst einmal die doppelte Taschenkonstruktion, die ich auch zum Einkaufen verwende, kein Renommierobjekt, nicht vollständig wasserdicht, aber praktisch und kompakt. Wenn ich eines Tages keinen Großfamilien-Einkauf mehr tätigen muss, kann ich über das teure Äquivalent aus dem Fachgeschäft nachdenken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, da das Fahrrad geputzt und aufgerüstet bereit steht, kann ich es kaum erwarten, wieder damit zu fahren und mich ein bisschen zu fordern. Ich hoffe, die nächsten Monate halten noch ein paar schöne Tage bereit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-5949428550685130473?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/5949428550685130473/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/vorfreude.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5949428550685130473'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/5949428550685130473'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/05/vorfreude.html' title='Vorfreude'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/S-vw3gvCRPI/AAAAAAAADfM/svskTZFJ7e8/s72-c/20100513_0001.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-654444612526891868</id><published>2010-04-06T09:31:00.000-07:00</published><updated>2010-04-11T08:00:00.814-07:00</updated><title type='text'>06.04.10 Dresden – Wehlen – Pillnitz – Schönfelder Hochland – Bühlau</title><content type='html'>Nach dem langen Winter hatte ich drei Eingewöhnungsstrecken hinter mir: nach Meißen und zurück, (normalerweise eher eine Spazierfahrt, war doch nach längerer Pause etwas anstrengend),  beim nächsten Mal  Diesbar und zurück; schließlich rund um Moritzburg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun wollte ich etwas weiter fahren und vor allem eine neue Strecke ausprobieren. Meine Wahl fiel auf eine Tour, die in dem Büchlein „Die schönsten Radtouren rund um Dresden“ empfohlen wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis zum Bahnhof Pirna mit der S-Bahn zu fahren, hielt ich für lächerlich und begann wie gewöhnlich vor der Haustür mit meiner Tour. Die Temperatur – nur wenig über Null – machte einen Zwiebellook samt Stirnband und Handschuhen erforderlich. An der Elbe angekommen, fiel mir die Kälte auf, die in Flussnähe herrschte. Ich hätte kein Teil weniger anhaben dürfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Pirna zu fahren, bedeutete eine Stadtdurchfahrt Richtung Osten. Diese wünschte ich mir, wollte ich doch die im Bau befindliche Waldschlösschenbrücke sehen. Zum Glück war es noch relativ ruhig auf dem Elberadweg – ein Vorteil, wenn man früh aufbricht. Langsam schob sich die Sonne über die Häuserdächer, aber es sollte noch eine Weile dauern, bis man sie spürte. Ich überquerte die Carolabrücke, um ans andere Ufer zu gelangen. Dort gibt es einen Radweg, was sehr angenehm ist  - nicht jede Dresdner Brücke hat einen. Eine Abfahrt zur Elbe gibt es jedoch nicht. Als ich sah, wie ein Ordnungshüter einen Radfahrer vor mir zur Seite winkte, steuerte ich die nächste Ampel an, um die Straßenseite zu wechseln. Ich wollte nicht riskieren, wegen was auch immer vollgequatscht zu werden. Auf der anderen Straßenseite angekommen, gelangte ich leicht und schnell hinunter Richtung Elbe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Johannstadt aus sieht man den Brückenbogen liegen. Gnadenlos wird der Bau vorangetrieben; mit stumpfsinniger Konsequenz wird das Elbtal verschandelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte leichten Gegenwind, kaum an Bäumen und Gräsern zu sehen, aber doch spürbar und eisig. Von Kleinzschachwitz aus kann man das Pillnitzer Schloss sehen, ein Dampfer fuhr gerade vorbei. Der Raureif auf den Elbwiesen fing an zu tauen. Dreiviertel neun war ich in Pirna und machte eine kurze Pause, um mich noch einmal mit der Tour vertraut zu machen. Es war angedacht, die Elbe zu überqueren. Aber ich wollte noch nicht zurück; es reizte mich, weiter Richtung Wehlen zu fahren. Der Abschnitt zwischen Pirna und Wehlen ist besonders schön. Und weil ich genügend Möglichkeiten sah, die beschriebene Route abzukürzen, fuhr ich nach Wehlen, kam kurz vor halb zehn dort am Bahnhof an und fand, nun sei es Zeit zum Umkehren. Mit dem Wind(chen) im Rücken fuhr es sich schneller und leichter, und bald war ich wieder in Pirna, wo ich Handschuhe, Stirnband und meine zweite Jacke ablegen konnte und über die alte – nicht neue - Elbbrücke fuhr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von dort aus ging es die Uferstraße entlang Richtung Pratzschwitz. Diese Straße führt direkt zu Autobahnauf- und Abfahrten und ist deshalb mit Vorsicht zu befahren. Auf dem Tourenbüchlein ist eine Familie mit Kindern abgebildet – ich dachte in jenem Moment, dass Kinder auf diesem Streckenabschnitt nicht gut aufgehoben sind. Später sollte sich herausstellen, dass die Tour für Kinder eher ungeeignet ist. Hinter der Abfahrt von der A 17 wurde die Straße jedoch schmaler und ruhiger. Pratzschwitz ist ein hübsches Dorf,  und die Strecke Richtung Pillnitz ist gut ausgeschildert. An einer Kiesgrube vorbei führt ein Radweg, Bänke laden zum Verweilen ein. Hier legte ich die Kniebandage (besser rechtzeitig als zu spät) an und dachte mir: das wird also eine richtig fordernde Tour. Aber schon kurz vor Pillnitz wurde das Fahren unangenehm, und ich begann mich zu ärgern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hatte ich mir zu viel vorgenommen? Ich dachte an die Touren am Ende des vergangen Jahres und wollte es nicht glauben. In Pillnitz fuhr ich durch den Schlosspark, ohne dass mich jemand daran hinderte – ich war auch nicht die einzige Radfahrerin, die dort unterwegs war. Erst am Ausgang sah ich, dass das Radfahren im Park nicht gestattet ist. Im Ortszentrum, hinter der Sparkasse, sollte die Straße Richtung Borsberg abzweigen. Ich fand sie zwar, aber hinauffahren konnte ich, von wenigen Stellen abgesehen, nicht.  Das übertraf den Anstieg des Boxdorfer Berges, den ich nie hinauf fahre, bei weitem. Ich hatte zu tun, mein Fahrrad überhaupt hochzuschieben. Mit dem Rennrad wäre es vielleicht besser gegangen als mit dem relativ schweren Tourenrad, aber nie hätte ich dort pausenlos hinauf fahren können. Kinder dort mit hoch zu nehmen stelle ich mir schwierig bis unmöglich vor. Die Karte im Tourenbüchlein taugt auch nur bedingt zur Orientierung;  mit der Wanderkarte „Dresdner Elbhang“ war ich in Zweifelsfällen besser beraten. Wieder auf dem Rad, durchquerte ich das Dorf Borsberg und fand am Ende des Ortes ein Fleckchen zum Rasten. Ich befand mich kurz vor Zaschendorf, wo die Straße abzweigen sollte, und war ziemlich erledigt. Es war viertel Zwölf und die Sonne schien recht warm. Bisher hatte ich zu wenig getrunken, also holte ich das nach. Diesen Fehler begehe ich immer wieder, mache wohl auch zu wenig Pausen. Ich zwang mir ein Brötchen rein, denn es war höchste Zeit, etwas zu essen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Pause machte sich bemerkbar, das letzte Stück des Anstiegs war ganz gut zu bewältigen. Ich fand die Straße mit Namen Talblick, die nach Reitzendorf und weiter nach Schönfeld führt. Von Bühlau aus hatten wir mit der Schule regelmäßig Exkursionen ins Hochland unternommen (damals war es noch üblich gewesen, den Geldbeutel der Eltern zu schonen), aber noch nie war ich am Schloss Schönfeld gewesen. Ich hielt mich aber nicht lange auf – das Knie machte mir wieder zu schaffen, und ich fuhr weiter Richtung Cunnersdorf/Gönnsdorf. Von Gönnsdorf aus kannte ich die Strecke; es ging vorbei an meiner alten Schule, die teilweise abgerissen wurde und zu einem Gymnasium umgebaut wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Bühlau aus sollte man die Heide durchqueren, aber ich gab den Plan auf und fuhr ein paar Stationen mit der Straßenbahn Linie 11. Die Wege in der Heide kenne ich, und ich hatte keine Lust, dort schlapp zu machen, zumal wir Ende der Woche eine Wanderung ins Erzgebirge geplant haben, bei der ich gern dabei sein wollte. Die letzten fünf Kilometer bis nach Hause waren beschwerlich genug. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuhause – viertel zwei war ich angekommen - fiel mir ein, dass ich im letzten Frühjahr schon in Pirna Probleme mit dem Knie bekommen hatte; da war ich dieses Mal noch ganz gut dran. Mit zunehmendem Training hatte ich aber keine Schwierigkeiten mehr. Als ich die Strecke noch einmal durchging, stellte ich fest, dass ich doch ganz zufrieden sein konnte: 62 Kilometer, teilweise mit Höhenunterschieden, waren akzeptabel; ich freute mich, den neuen Streckenabschnitt kennengelernt zu haben, und über die Fahrt an sich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtig ist doch, dass man sich auf den Weg macht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-654444612526891868?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/654444612526891868/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/04/060410-dresden-wehlen-pillnitz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/654444612526891868'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/654444612526891868'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2010/04/060410-dresden-wehlen-pillnitz.html' title='06.04.10 Dresden – Wehlen – Pillnitz – Schönfelder Hochland – Bühlau'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-7796557248009999278</id><published>2009-09-10T12:42:00.000-07:00</published><updated>2009-09-10T12:47:27.001-07:00</updated><title type='text'>09.09.09: Dresden – Großkoschen und zurück</title><content type='html'>Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, mit dem Fahrrad an den Senftenberger See zu fahren, aber bisher hatte es sich einfach nicht ergeben. Und seit meiner Tour nach Strehla weist mein Tourenrad, immerhin seit acht Jahren regelmäßig in Benutzung, die ersten größeren Mängel auf. Als ich nun mein Rad zum ersten Mal zur Durchsicht in einer Werkstatt anmeldete – der Termin wird in zwei Wochen sein - , sah ich dort genau die Sorte Fahrrad, die ich mir schon immer für längere Touren gewünscht habe, noch dazu zu einem guten Preis. Nach zwei Tagen Bedenkzeit kaufte ich das Rad.  Nun stand einer Tour zum Senftenberger See nichts mehr im Wege; vielmehr bot sich die Gelegenheit einer umfassenden Probefahrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr kurz nach sechs Uhr los, als es gerade hell wurde, und nahm zunächst meine gewohnte Route Richtung Moritzburg am Heidefriedhof vorbei nach Boxdorf hinauf. Trotz neuer 7-Gang-Nabenschaltung schob ich den Boxdorfer Berg hinauf, nicht nur, weil er sehr steil ist, sondern auch wegen des Verkehrs. In Boxdorf aber entschied ich mich, entgegen meiner Gewohnheiten nicht die Alte Dresdner Straße, sondern direkt die Hauptallee entlang zu fahren. Meine bevorzugte Strecke ist ruhiger, führt aber ein Stück durch den Wald, und diesen Weg wollte ich am frühen Morgen nicht nehmen. Die Hauptallee ist meist sehr stark befahren, aber morgens sind die meisten Fahrzeuge stadtwärts unterwegs, und auf meiner Spur ging es recht ruhig zu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorbei ging es am Schloss Moritzburg – der Schlossteich war eine einzige glatte Spiegelfläche – Richtung Wildgehege und Frauenteich. Ich bog nach rechts Richtung Großteich ab. Dort, am Großteich mit Leuchtturm, machte ich Frühstückspause. Diese Pause war mir den kleinen Umweg über Moritzburg wert. Auch am Großteich war es wunderbar friedlich, Wald und Wasser leuchteten im Glanz eines spätsommerlichen Morgens, der einen herrlichen Tag ankündigte. Enten und Gänse hockten noch verschlafen an den Ufern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr weiter nach Cunertswalde, wo eine ruhige Straße Richtung Bärnsdorf und Radeburg abzweigt. Vor acht Jahren waren wir mit unseren Kindern an den Senftenberger See gefahren, ebenfalls mit Rädern. Als ich Richtung Radeburg fuhr, kamen die Erinnerungen an diese Fahrt wieder. Im Landgasthof Berbisdorf haben die Kinder Eis bekommen. Ich hatte nun keine Begleiter und würde auch weniger Pausen machen müssen. Damals haben wir auf dem Campingplatz in Radeburg einen Zwischenstopp gemacht. Das war dem Alter der Kinder und der Tatsache, dass wir kaum längere Touren machten, angemessen. Heute würde ich dort keine Übernachtung mehr einschieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr am Campingplatz vorbei bis an den Weg, der durch die Laußnitzer Heide Richtung Würschnitz führt. Das ist eine wirklich ruhige Strecke, und man darf den Hauptweg nicht verlassen – alle Seitenwege sind gesperrt. Allerdings nahm ich wohl einen falschen Abzweig und landete nicht in Würschnitz, sondern in Kleinnaundorf, was allerdings nicht weiter schlimm war. Vermutlich habe ich sogar abgekürzt, denn auch an die Ortsdurchfahrt durch Kleinnaundorf konnte ich mich erinnern.  Von dort aus ging es über Hügelland nach Tauscha, Sacka, Stölpchen und weiter bis Ponickau;  von Ponickau weiter nach Böhla – dort verlässt man Sachsen und fährt weiter in Brandenburg – und nach Hennersdorf und Kroppen. Die meisten Ortschaften liegen zwei, drei, manchmal vier Kilometer auseinander. Über diese kleinen Orte fährt es sich sehr angenehm; die Straßen sind relativ ruhig, wenn auch ab und an sogar ein Lastwagen kommt. Man fährt so zwischen Königsbrücker Heide und Autobahn relativ geradlinig nach Nordosten. Von Kroppen aus zweigt die Strecke aber stärker in östlicher Richtung ab nach Jannowitz. An diesen Ort konnte ich mich noch gut erinnern; es gibt dort einen wunderschönen, schattigen Rastplatz mit einem großen Tisch und Bänken, den ich in einem vergleichbar gutem Zustand vorfand wie vor acht Jahren. Das ist eine echte Wohltat auf dieser Strecke, wo es sonst an ruhigen Ecken und Rastplätzen mangelt. Auch dieses Mal nutzte ich die Gelegenheit; mochte aber nicht mehr als einen Müsliriegel essen. Bei längeren Touren habe ich selten Appetit, aber dennoch ist es ratsam, etwas zu sich zu nehmen; man spürt doch, dass selbst so ein klebriges und irgendwie synthetisch schmeckendes Ding Energie spendet. Nun, sagte ich mir, konnte es gar nicht mehr weit sein, aber wie es so ist: gerade das letzte Drittel der Hinfahrt zog sich in die Länge. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Jannowitz aus ging es über Hermsdorf nach Guteborn, dort beginnt der längste Abschnitt zwischen zwei Orten auf dieser Strecke, nämlich die Fahrt nach Grünewald auf einer sehr befahrenen Straße; mit den Kindern war es unangenehm gewesen, dort entlang zu fahren. In Grünewald war der Abzweig Hohenbocka – Hosena nicht zu übersehen. Die Strecke Lauta – Senftenberg war als gesperrt ausgewiesen, ich machte mir ein wenig Sorgen, vielleicht doch nicht zum See zu gelangen, denn großartige Umleitungen mochte ich nicht mehr fahren; es war mittlerweile heiß geworden, und ich wollte endlich ans Wasser. Aber ich verließ mich darauf, mit dem Rad irgendwie durchzukommen, und die kleine Umleitung in Hohenbocka war kein Problem; weiter ging es nach Hosena und von dort aus, das wusste ich genau, würde es nicht mehr weit sein. In Hosena muss man nur dem Hinweisschild zum Bahnhof folgen, am Bahnhof führt ein schmaler Weg vorbei zum Bahnübergang, und hinter dem Bahnübergang beginnen ausgeschilderte Rad- und Wanderwege zum Senftenberger See. Ich folgte dem Weg Richtung Großkoschen, nahm dann aber den falschen Abzweig und fuhr noch einen kleinen Umweg, der nicht direkt am See entlang, sondern in einigem Abstand davon nach Koschen führt. So dauerte es etwas länger, bis ich das Wasser zu sehen bekam. Der Weg führte mich aber dennoch genau an mein Ziel, den Ferienpark Großkoschen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ferienpark ist für Radfahrer und Fußgänger frei zugänglich, Autofahrer, die keine Feriengäste sind, können außerhalb gegen Gebühr parken. Ich stellte mein Rad in der Nähe des Aussichtsturmes ab und ging dort an den Strand. Es waren kaum Menschen dort, und das Wasser war noch angenehm und nicht zu kalt. Ich liebe dieses Seeufer mit dem breiten Sandstrand besonders, aber unser Sohn, der ein Auto hat und uns manchmal mitnimmt, fährt lieber nach Niemtsch. Nun war ich froh, mit dem Rad doch noch an meinen Lieblingsstrand gekommen zu sein. Nach dem Schwimmen gab es Mittagessen, Schokoladenpudding mit Banane, der viel besser schmeckte als Müsliriegel. Dann ruhte ich etwas aus, ging nochmal schwimmen, und nach 1 ½ Stunden Aufenthalt am Strand, die schnell vergangen waren, machte ich mich auf den Rückweg. Nun fuhr ich so lange wie möglich am See entlang, und dieser Weg, der auch nach Hosena führte, war der kürzere. Es war ein warmer Tag geworden, und ich tauschte den Helm gegen den Sonnenhut ein. Kurz vor Jannowitz nahm ich den Hut wieder ab und fuhr – zugegeben sehr unvorsichtig –ohne jegliche Kopfbedeckung. Allerdings muss ich betonen, dass so gut wie alle Auto- und Lastwagenfahrer einen weiten Bogen um mich machten und mich auch nicht bedrängten. Meine Abneigung gegen das Fahren auf Landstraßen hat deutlich nachgelassen: so lange sie mäßig befahren sind, kann man dort auch radeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gangschaltung leistete mir gute Dienste, allerdings ist sie kein Wundermittel, man muss trotzdem treten. Aber ich war froh und glücklich über das stabile und voll gefederte Rad, das wirklich hervorragend für längere Touren geeignet ist. Es ging nun fast die gleiche Strecke zurück, aber die Rückfahrt strengte mehr an als die Hinfahrt, besonders wegen der Hitze. Mein Trinkvorrat von 4 ½ Litern erwies sich als ausreichend, aber weniger hätte es nicht sein dürfen. Auf Einkaufsmöglichkeiten sollte man sich gerade in kleineren Ortschaften nicht verlassen. Ich entschied mich gegen die Fahrt durch die Laußnitzer Heide und fuhr auf der Landstraße von Tauscha aus nach Radeburg. Der Verkehr auf dieser Strecke war auszuhalten, aber es ist keine empfohlene Radfahrerroute. Ich hatte Sorge, mich in der Heide zu verfahren, und die ausgeschilderte Streckenführung auf der Landstraße schien mir sicherer.  Es war ein ganzes Stück bis Radeburg, und ich brauchte eine Pause. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den geeigneten Pausenplatz fand ich erst am Rande des Heinrich-Zille-Radrundweges oberhalb von Radeburg, den ich kurzentschlossen genommen hatte. Ich hatte in Bärnsdorf diese Wegmarkierung gesehen und mir gedacht, dass ich mit diesem Weg keinen Fehler machen könnte. Diese Annahme erwies sich als falsch. Der Heinrich-Zille-Radrundweg ist nach meinem Empfinden eine Zumutung: schlecht bis gar nicht ausgeschildert, kann man seinen Verlauf oft nur erraten. Ein längeres Stück zwischen Radeburg und Berbisdorf ist am ehesten für Moutainbikes geeignet: ein ungepflegter Wiesenweg mit vereinzelten Schotterresten, viel zu selten markiert, Richtungshinweise fehlen völlig. Er führte an einer Wiese voller Graureiher vorbei, meinen Lieblingsvögeln, die sehr scheu sind, dass ich den Anblick kaum glauben mochte. Das entschädigte mich für diesen unsinnigen Umweg. Die sumpfigen Wiesen rechts und links sagten mir, dass Moritzburg nicht mehr weit sein konnte. Endlich kam ich an eine ordentliche Straße und fand ein Hinweisschild nach Bärwalde. Ein Blick auf die Karte sagte mir, dass mich dieser Weg zu weit westlich um Moritzburg herum führen würde. Auch dort entlang würde ich nach Hause kommen, aber ich wollte mir den Schlenker ersparen und über Volkersdorf fahren. Also folgte ich dem anderen Hinweisschild nach Berbisdorf. In Berbisdorf machte ich erneut den Fehler, den Heinrich-Zille-Hinweisschildern zu folgen. Kurz vor Radeburg kehrte ich um und nahm die andere Straße ohne Heinrich Zille. Nun gelangte ich endlich auf die Landstraße, von der ich gar nicht hätte abweichen sollen, und auf den schönen Radweg zwischen Berbisdorf und Bärnsdorf, den es vor acht Jahren noch nicht gegeben hat. Den Heinrich-Zille-Weg müssen, so mein Urteil, Geisteskranke errichtet haben. Als relativ Ortskundige merke ich schnell, wenn ich mich verfahren habe, aber wie soll es Leuten gehen, die neu in der Gegend sind! Den Bewohnern von Jannowitz dagegen würde ich für ihren schönen Rastplatz am liebsten einen Orden verleihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Bärnsdorf aus fuhr ich nach Cunertswalde, vom Wettinerhof aus ein Stück durch den Wald, dann auf einer schönen Straße Richtung Volkersdorf und schließlich nach Boxdorf. In Volkersdorf stärkte ich mich noch einmal mit einem Müsliriegel, denn allmählich wurde ich müde und mir war ein wenig bange vor den beiden Hügeln, die ich noch würde hinauffahren müssen. Die Hügel waren zu bewältigen, und einmal in Boxdorf angelangt, musste ich nur noch auf ebener Strecke oder bergab fahren. Ich fuhr links aus Boxdorf hinaus und an der Gaststätte „Waldmax“ vorbei hinunter ins Elbtal. Gegen 13 Uhr war ich in Großkoschen aufgebrochen, 18.45 war ich zuhause. Ich hatte für die Rückfahrt eine halbe Stunde länger als für die Hinfahrt gebraucht, und ohne den Heinrich-Zille-Radrund-Umweg wäre ich vermutlich noch etwas früher angekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schöner wäre es freilich gewesen, am Senftenberger See zu übernachten, aber ich musste am kommenden Tag zuhause sein, und so konnte ich die Erfahrung machen, dass Hin- und Rückfahrt an einem Tag zu bewältigen sind. Um die 150 Kilometer waren es insgesamt, und ich konnte mit mir und meinem neuen Rad zufrieden sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-7796557248009999278?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/7796557248009999278/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/09/090909-dresden-grokoschen-und-zuruck.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/7796557248009999278'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/7796557248009999278'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/09/090909-dresden-grokoschen-und-zuruck.html' title='09.09.09: Dresden – Großkoschen und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-6653988611502957781</id><published>2009-08-30T09:47:00.000-07:00</published><updated>2009-08-30T10:27:20.132-07:00</updated><title type='text'>29.8.2009: Dresden - Heidenau - Altenberg und zurück</title><content type='html'>Es gibt Tage, die viel zu schade sind, um mit Alltagskram verbracht zu werden. Der vergangene Freitag war so einer; am liebsten wäre ich schon am frühen Morgen auf mein Rennrad gestiegen, um hinaus aus der Stadt und ins Grüne zu fahren. Ich nahm dann ein anderes Rad und fuhr ins Büro, mein Vorhaben für den Sonnabendmorgen stand aber von jenem Moment an fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Vorabend hatte ich wie vor jeder längeren Tour Luft aufgepumpt, beim Rennrad ist das noch wichtiger als bei anderen Fahrrädern. Kurz vor sechs Uhr brach ich auf.&lt;br /&gt;Als Ziel hatte ich Wehlen in der Sächsischen Schweiz anvisiert; von mir zuhause bis dorthin sind es etwas über 20 Kilometer. Rennradfahren ist nicht so bequem wie das Fahren mit einem gefederten Tourenrad, es geht vor allem um Leichtigkeit und Schnelligkeit, deshalb wird auch am Komfort gespart, weswegen das Fahren auf unebenen Strecken nicht zu empfehlen ist. Der Elberadweg eignet sich hervorragend für eine Rennradtour. Ich hatte mal wieder Lust, in östlicher Richtung aus der Stadt zu fahren. Das bedeutet, weil ich dicht an der nordwestlichen Stadtgrenze wohne, eine längere Fahrt durchs Stadtgebiet, aber von Tolkewitz an bis Wehlen ist der Elberadweg sehr schön und landschaftlich reizvoll. Eine Vergnügungsfahrt mit einem Mindestziel stand also in Aussicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sonne ging über den Elbhängen auf, als ich mich kurz vor Pillnitz befand. Es war kühl und windstill, die Elbe floss träge und spiegelglatt dahin. Ich war eine Weile nicht mit dem Rennrad gefahren und hatte meine Freude daran, wie schnell es auf Tempo zu bringen war. Der Himmel war leicht bewölkt, es versprach kühler zu werden als in letzter Zeit. Optimale Bedingungen waren das, und ich dachte an ein Wunschvorhaben, das ich seit langem schon hegte und für diesen Tag, um ehrlich zu sein, auch schon ins Auge gefasst hatte. In Kleinzschachwitz hatte ich auf einmal zwei sportlich gestylte ältere Herren mit ihren Tourenrädern vor mir. Sie fuhren mir ein wenig zu langsam, aber nicht so langsam, dass ich mühelos einen größeren Vorsprung würde erreichen können, wenn ich sie überholte. Ich hätte sie zur Seite klingeln müssen und spätestens beim nächsten Halt wieder vor mir gehabt. Während ich mich in Geduld übte und erst einmal hinter ihnen blieb, sah ich die Höhenzüge, die sich oberhalb von Heidenau abzeichneten. In die Berge fahren wollte ich lange schon. All das zusammen, das gute Wetter, das schnelle, gebirgstüchtige Rad, meine Unternehmungslust und nicht zuletzt die gestylten Opis auf dem Elberadweg ließen mich den Entschluss fassen, nach Heidenau abzubiegen und Richtung Erzgebirge zu fahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die bequemste Strecke ins Erzgebirge führt meiner Meinung nach durchs Müglitztal, und dort fuhr ich hoch. Bisher war ich nur mit Bus, Bahn oder als Kind mit dem Auto dort hinaufgefahren und wusste, dass sich dieses Tal sehr in die Länge zieht. Altenberg, Endhaltestelle der Müglitztalbahn, ist 38 Kilometer von Heidenau entfernt. So weit wollte ich eigentlich nicht fahren, obwohl sich der Ort als Zielpunkt sehr lohnend anhört. Altenberg ist nicht nur ein bekannter Ferienort, sondern auch relativ hoch gelegen, was schöne Ausblicke in die Umgebung ermöglicht. Aber ich nahm mir Geising, unseren Lieblings-Erzgebirgs-Ferienort, als Höchstziel vor und wusste, dass es eine Herausforderung für mich sein würde, dorthin zu kommen. Und Herausforderungen sind es ja, die ich hin und wieder bei solchen Touren suche. Oftmals möchte ich einfach nur fahren und die Landschaft genießen, aber an manchen Tagen möchte ich mich richtig fordern. Und an diesem Sonnabend war ich nicht nur ehrgeizig, sondern kampflustig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dohna, gleich hinter Heidenau gelegen, war schnell erreicht, weiter ging es leicht bergauf bis Wesenstein. Normalerweise bin ich schaltfaul, aber bei der Fahrt ins Gebirge lernte ich die Vorteile der Schaltung kennen; sie kann enorm Kräfte sparen helfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen sieben Uhr war ich in Zschieren gewesen, am östlichen Stadtrand von Dresden; 9.15 Uhr war ich in Glashütte. Dieser Ort ist durch sein Uhrenhandwerk bekannt; Sten Nadolny hat ihn nicht nur in seinen Poetikvorlesungen, sondern auch in seinem Roman „Er oder Ich“ verewigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich überlegte, ob ich weiterfahren sollte, denn ich hatte mich schon einigermaßen verausgabt. Der Bauch tendierte zu nein, aber der Kopf wollte weiter, weiter bis Geising. Ich brach nach einer relativ kurzen Pause wieder auf. Nach ein paar Kilometern erreichte ich Bärenhecke, und mit einem Mal sah ich einen Wegweiser „Altenberg - Geising“ rechts von mir. Die Straße führte den Berg hinauf. Nun, dachte ich mir, also dort entlang. Ich tat mein Bestes, schaltete herunter, musste dann aber doch vom Rad und schieben. Mir fiel ein, dass ich weiter durchs Müglitztal hätte fahren können, wollte aber weiter auf der noch unbekannten Strecke bleiben. Steiler und steiler ging es hinauf, an Fahren war erst einmal nicht zu denken. Aber die Aussicht auf einen schönen Rundblick reizte mich. Noch bevor ich auf der ersten Anhöhe ankam, musste ich das rechte Knie bandagieren, das nicht mehr so richtig wollte: ein typisches Zeichen von Überlastung. Bei längeren Touren habe ich die Sportbandage meist dabei, hatte sie aber in diesem Jahr noch nicht benötigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stieg, sobald es möglich war, wieder aufs Rad und fuhr nach Johnsbach hinein. Dieser Ort liegt in einer Niederung inmitten einer Hochebene, es ging also wieder ein Stück hinunter und danach wieder hinauf. Auf der Höhe war es drückend schwül, ich schaffte den Anstieg mit dem Rad nicht, aber das Laufen war wegen des lädierten Knies auch beschwerlich, und die Bandage half kaum noch.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann blickte ich mich um und hatte wirklich eine sehr schöne Aussicht nach allen Seiten. Der nächste Wegweiser zeigte nur noch Altenberg an und nicht mehr Geising. Ich ahnte, dass ich auf einer Art Kammstraße gelandet war und vielleicht gar keine Möglichkeit mehr haben würde, abzukürzen. Ich schalt mich eine Idiotin. Sollte ich eine Panne haben, ging es mir durch den Kopf, würde ich nicht einmal mehr das Rad zur nächsten Bahnstation schieben können, denn die Bahnstrecke verlief im Tal, und ich hatte mich weit davon entfernt. Aber dann ging es ein ganzes Stück bergab, plötzlich schmolzen die Kilometer wie von selbst dahin, und das war wieder Rennradfahren, wie es Freude macht, schnell und leicht fliegt man über den Asphalt dahin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich sah ich den Geisingberg links von mir liegen. Hinter dem Geisingberg liegt Geising, aber links herum führen nur Wanderwege, und rechts vom Geisingberg führte die Straße, auf der ich noch abwärts fuhr, wieder aufwärts Richtung Altenberg. Ich hatte keine andere Wahl, als auf der Straße zu bleiben. Unten im Tal begann Hirschsprung. Durch diesen Ort waren wir beim letzten Erzgebirgsurlaub gewandert, und so wie wir damals gegangen waren, ging ich nun auch, das Rad schiebend, Richtung Altenberg. Das Laufen wurde immer beschwerlicher, und ich war froh, als ich wieder aufsteigen und fahren konnte. Aber es dauerte nicht lange, und vor mir lag der letzte steile Anstieg. Da hieß es: Zähne zusammenbeißen, und, aufs Rad gestützt, langsam hinauf. Ich kümmerte mich schon gar nicht mehr darum, wie albern das aussehen musste, ein Rennrad so langsam bergauf zu schieben. Oben ankommen war das Ziel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Altenberg kannte ich mich soweit aus, dass ich die Straße nach Geising mühelos fand. Wir sind sie schon ein paar Mal hinunter gelaufen, und nun fuhr ich, den im Tal liegenden, wunderschönen Ort vor Augen. Ich hätte jubeln können. Um mich herum war auf einmal viel Verkehr, Autos, Lastwagen, Motorradkonvois, so dass ich darauf verzichtete, in Geising anzuhalten. Ich fuhr direkt ins Müglitztal und machte erst an einem geeigneten Platz Halt. Das Müglitztal ist zwar lang, aber ich konnte das Rad weitgehend rollen lassen und war zuversichtlich, gut bis Heidenau zu kommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Morgen war es beinahe windstill gewesen, aber nun hatte ich spürbaren Gegenwind und konnte nicht ganz aufs Pedalentreten verzichten. Aber es war eine Freude, zu spüren, welch geringen Widerstand dieses leicht gebauten Rad dem Wind entgegensetzt. Legt man sich richtig hinein, ist Gegenwind, zumindest talwärts, fast kein Hindernis. Ich fuhr so kräftesparend wie möglich, ließ mich rollen, so gut es ging, kam mir wie eine lahme Ente vor – denn das Rad hätte schneller gekonnt – und fand es allmählich grenzwertig, was ich tat. Es war recht kühl, beinahe herbstlich geworden, und der Wind trieb herabgefallene Blätter über die Straße.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Heidenau fährt halbstündig die S-Bahn nach Dresden. Die Bahn zu nehmen, sagte eine Stimme in mir – ob Bauch oder Kopf, konnte ich nicht mehr ermessen -, ist das einzig Vernünftige. Bis dorthin und nicht weiter. Aber es gab auch eine Gegenstimme, die mich antrieb: Heidenau ist beinahe schon Dresden, und wenn du es bis dorthin geschafft hast, schaffst du es auch bis nach Hause. &lt;br /&gt;Glashütte, Wesenstein, Dohna, Heidenau – und hinunter zur Elbe. Mittlerweile war auch das Fahren schmerzhaft, aber ich war stur und wollte aus eigener Kraft heimkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Momente wie diese braucht man Vorbilder. Ich dachte an eine Freundin, von der ich gelernt habe, dass Frauen, wenn sie wollen, überall hinkommen können, und dass Abenteuer viel zu reizvoll sind, um sie den Männern zu überlassen. Dies war nun die ersehnte Grenzerfahrung, für die ich keinen Cent zahlen musste, also riss ich mich zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist man ausgeruht, sind fünfzehn Kilometer ein Nichts. Ist man aber erschöpft und hat dazu Gegenwind, können fünfzehn Kilometer sehr lang sein. Ich machte noch drei kurze Pausen. Laufen, und sei es nur ein paar Schritte zur Bank, ging kaum noch, Radfahren nur mit Mühe. Ich überholte noch ein paar Sonntagsfahrer, aber nur diejenigen, die in Zeitlupentempo fuhren. Es ging nicht mehr um Schnelligkeit. Zu Hause ankommen war das Ziel. Ich zählte die Stadtteile: Zschachwitz, Laubegast, Tolkewitz, Johannstadt, wo ich die Elbe überquerte, Stadtzentrum, endlich Dresden-Nord. Gegen 13.30 Uhr hatte ich es geschafft – und war geschafft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dieser Tour habe ich mich eindeutig übernommen, aber im Grunde habe ich es so gewollt. An manchen Tagen will man wissen, was man sich zumuten kann. Gelernt habe ich einiges, so, dass man in den Bergen nicht nur eine Gangschaltung benötigt, sondern auch Muskeln, die erst aufgebaut werden müssen. Aber wichtiger war es, zu erleben, wie der Körper „Schluss“ sagt und wie es dann noch fünfzig Kilometer lang weiter gehen kann – an gewissen Tagen, wohlgemerkt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-6653988611502957781?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/6653988611502957781/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/08/2982009-dresden-heidenau-altenberg-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/6653988611502957781'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/6653988611502957781'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/08/2982009-dresden-heidenau-altenberg-und.html' title='29.8.2009: Dresden - Heidenau - Altenberg und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-286162076866554757</id><published>2009-08-06T08:49:00.000-07:00</published><updated>2009-08-07T05:53:28.265-07:00</updated><title type='text'>6.8.2009: Dresden - Strehla und zurück</title><content type='html'>Die Anweisung meiner Chefin, Überstunden abzubauen, kam mir bei  diesem Sommerwetter wie gerufen. Tatsächlich sollte der Wetterbericht Recht behalten: es war herrliches Fahrradwetter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich gegen 5.30 Uhr aufbrach, war es gerade hell geworden. Orangen schimmernd, verblassend sank der Mond. Spätsommerlicher Nebel lag über den Niederungen des Elbtals. Es war angenehm, in der Morgenfrische zu fahren. Ich wollte diese Zeit nutzen, denn hochsommerliche Temperaturen waren angesagt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die Meißner Altstadt bot wieder eine schöne Kulisse für ein Frühstück. Als ich weiter fuhr, schlug die Domglocke sieben. Dann stimmten nach und nach andere Kirchenglocken ein. Die Nacht war vergleichsweise warm gewesen. Schon einige Kilometer hinter Meißen konnte ich in Radlerhose und T-Shirt fahren und die Jacke im Gepäck verstauen. Noch war es ruhig auf dem Elberadweg, und das sollte noch eine ganze Weile so bleiben. In Diesbar-Seußlitz war ich 45 Minuten später, hielt aber nicht an. Als Ziel für diesen Tag hatte ich mir Riesa vorgenommen, bis dorthin wollte ich auf jeden Fall kommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im vergangenen Jahr war Riesa ein Ausnahmeziel gewesen. Fünf Kilometer vor der Stadt – ich konnte sie bereits sehen – kehrte ich um. EineTagesstrecke von 90 Kilometern war bisher mein Maximum gewesen. Für den heutigen Tag hatte ich den Wunsch, 100  Kilometer zu schaffen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erinnerte mich wieder gut an den Streckenverlauf und die einzelnen Punkte und Ortschaften, der Elberadweg ist aber auch gut ausgeschildert. Neuseußlitz, Merschwitz mit einer kurzen Ortsdurchfahrt, dann eine Treppe mit einer Schiene, auf der man die Fahrräder hinauf und hinunter befördern kann. Hier befand sich eine mittelalterliche Furt, wenige Meter danach bewegt man sich auf den Überresten eines grob gepflasterten Treidelpfades, vorzugsweise schiebend. Die Elbe und die Wiesen und Auen sind dort geradezu malerisch.  Ein paar Kilometer hinter Merschwitz endet der Fahrweg an der Elbe, der Radweg biegt rechts ab und kreuzt eine Straße. Es ist aber auch möglich, an der Elbe auf einem Wiesenweg weiterzufahren. Ein Schild weist darauf hin, dass es sich um ein Firmengelände handelt und Befahren und Betreten auf eigene Gefahr sind. Da ich den Weg kenne und nicht wüsste, welche Gefahren dort drohen sollten, fuhr ich weiter, wenn auch langsam, da es nur zwei sehr schmale Fahrrinnen im Gras gibt. Dieser Weg bietet Idylle pur: Elbauen, ein ruhig dahinfließender Strom, kein Gegenverkehr, Stille. Ein Hase saß mitten auf dem Weg und hoppelte, als ich näher kam, ein Stück beiseite. Ich konnte ihn immer noch gut sehen und auch fotografieren. Oberhalb der Böschung, die sich einige Meter rechts vom Weg erhebt, ist das Gelände eingezäunt, es gehört zum Chemiewerk Nünchritz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wiesenweg trifft bei Nünchritz wieder den Elberadweg. Bei Grödel führt er ein Stück durch den Ort, um sich danach wieder der Elbe zu nähern . Es geht von nun an immer schnurgerade auf einem Hochwasserschutzwall entlang, was einen schönen Ausblick ermöglicht und auch wenig Mühe macht, da es kaum Anstiege und Abfahrten gibt. Das Land ist flach und weit, immer wieder kommt man an Sonnenblumenfeldern vorbei. Das Örtchen Moritz, an einem wunderschönen, stillen Abschnitt der Elbe gelegen, wartet mit einem neuen, recht stattlichen Hotel auf, das laut Beschreibung radfahrerfreundlich ist. Lage und Gartenanlage hätten mir gefallen, aber ich hatte nicht vor, dort zu übernachten; Moritz liegt auch zu nahe bei Dresden, als dass es als Quartier sinnvoll wäre. &lt;br /&gt;Nun ging es weiter auf dem Weg bis Riesa, unter den Elbbrücken hindurch, von denen eine ein wenig an die Waldschlösschenbrücke erinnert, die Dresden bald verunzieren wird.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich hatte es für möglich gehalten, und nun tat ich es auch: ich fuhr noch ein Stück weiter, um mir die hundert Kilometer wirklich zu sichern und mir einen Eindruck vom weiteren Streckenverlauf zu verschaffen. Der Weg war gut befahrbar, mit wenigen Steigungen, weitgehend bequem und gut zu finden. Ringsum schöne Ausblicke in eine weite Landschaft; ganz anders sieht es dort aus als in dem von Hängen gesäumten Elbtal bei Dresden.  Nach einem Stück Landstraße durchquert man den winzigen Ort Zschepa. Ein größerer Ort zeichnete sich am anderen Elbufer ab; wie sich herausstellte, war das bereits Strehla. Ich fuhr an der Fähre vorbei, wo man zur Altstadt übersetzen kann, und hielt kurz an einem Parkplatz, der Anglern vorbehalten ist. Dies war nun der Wendepunkt, kurz vor 9.30 Uhr. Auf einer schattigen Bank in Zschepa hielt ich noch einmal, der Haltepunkt zuvor war sehr sonnig gewesen. Dann fuhr ich durch bis Grödel. Erst hinter dem Ort, im Schatten eines Baumes, machte ich eine längere Pause, um mir eine Kalorienbombe zu gönnen: Pudding mit Bananenstücken, ein herrlicher Energiespender, dazu Kaffee aus der Dose. Es gibt auch immer wieder Bänke, um zu rasten, aber da die Sonne schon hoch am Himmel stand, war es angenehm,  an einem schattigen Platz im Gras zu sitzen. Dieses Fleckchen – sehr schön und ruhig war es dort – muss ich mir merken. Kurz vor Nünchritz graste ein Bulle am Wegrand; ich hatte noch nie zuvor einen so nahe gesehen und fand ihn mit seinem massigen Körperbau ziemlich beeindruckend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun fuhr ich den offiziellen, ausgeschilderten Weg durch Nünchritz und direkt am Chemiewerk entlang: dieser Abschnitt ist zwar weniger hübsch, lässt sich aber gut fahren, da es ein breiter, separater Radweg neben der Straße ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächste kurze Trinkpause war in Diesbar, die letzte Rast kurz vor Niederwartha. Obwohl ich nun längst nicht mehr allein auf dem Elberadweg war, fuhr es sich ganz angenehm. Bei Radebeul standen zwei Störche ruhig und beinahe regungslos auf einer Wiese, sie wirkten auf ersten Blick fast unecht. Mehrere Radfahrer kamen vorbei, ganze Kolonnen sogar, doch die Tiere ließen sich nicht davon beeindrucken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13.15 Uhr war ich wieder in Dresden und sehr zufrieden: 120 Kilometer Strecke waren es insgesamt gewesen. Ich finde es beglückend, aus eigener Kraft Landschaften erkunden zu können, und Touren wie diese machen Lust auf mehr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-286162076866554757?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/286162076866554757/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/08/682009-dresden-strehla-und-zuruck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/286162076866554757'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/286162076866554757'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/08/682009-dresden-strehla-und-zuruck.html' title='6.8.2009: Dresden - Strehla und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7653450714016133641.post-6136473311929850376</id><published>2009-08-02T11:53:00.000-07:00</published><updated>2009-08-07T06:08:49.232-07:00</updated><title type='text'>31.7.2009 Dresden – Diesbar/Seußlitz und zurück</title><content type='html'>Ich hatte mir diesen Freitag vorgenommen, das Wohnzimmer zu renovieren, aber zuerst wollte ich radfahren. &lt;br /&gt;Nach vielen unbeständigen Wochen herrschte stabiles Sommerwetter, der Wetterbericht hatte einen freundlichen, nicht zu warmen Tag angekündigt. Diese Gelegenheit musste genutzt werden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich morgens auf dem Weg zur Arbeit ein Stück am Elbufer entlang fahre, wenn die Sonne am blauen Himmel aufsteigt, die Hänge klar am Horizont sichtbar sind, wenn ich Spaziergänger sehe, die zu früher Stunde am Wasser entlang bummeln, manchmal auch ein Zelt, das einem Angler oder kurz entschlossenen Camper als Nachtlager diente, dann wird die Sehnsucht so groß, dass nur noch eines hilft: ihr so bald wie möglich nachzugeben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich liebe den Elberadweg und fahre immer wieder gern dort entlang. Nicht nur ich habe diese Vorliebe: es gibt Tage und Tageszeiten, da man ihn besser meiden sollte, es sei denn, man fährt gern in dem Gedränge von Spaziergängern, Bummlern, Skatern und Radfahrern unterschiedlichster Kondition und Mentalität. Die frühen Morgenstunden sind die besten, nicht nur hinsichtlich des Verkehrsaufkommens, sondern auch wegen der Atmosphäre, der Landschaft, des Lichtes und der Tiere, die man mitunter zu sehen bekommt. Aus all diesen Gründen lohnt es sich, an einem freien Tag den Wecker zu stellen. Ich stand gegen fünf Uhr auf, um kurz nach sechs Uhr aufzubrechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kühl und frisch war es, die Sonne stieg gerade über den Häusern auf. Ich war froh, die Jacke mitgenommen zu haben. Auf dem Hinweg hatte ich etwas Gegenwind, und ich konnte sie erst bei der Rückfahrt in meiner Seitentasche verstauen. Meine Bedürfnisse beim Radfahren sind von Tag zu Tag unterschiedlich. Irgendwann werde ich hoffentlich für die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Strecken gerüstet sein und einen Stall voller Räder haben. Aber mit meinen drei Fahrrädern bin ich für den Anfang gut ausgerüstet. Das Einkaufsfahrrad mit Körbchen kann bei Touren zu Hause bleiben. Gern fahre ich mit meinem Rennrad, einem älteren Modell. Es ist geradezu ideal geeignet, wenn ich schnell wieder von einer Tour zurück sein möchte; das besondere Fahrgefühl kommt hinzu. Manchmal, wenn ich keine Zeit für längere Strecken habe, fahre ich eine Runde ums Viertel damit, um die Leichtigkeit zu spüren und dabei an vergangene und zukünftige Touren zu denken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber mindestens genau so lieb ist mir mein Allroundrad, mit dem ich sowohl in der Stadt als auch auf Landstraßen und Waldwegen fahren kann: es ist schwer und kompakt, hat breite Reifen mit starkem Profil, ist voll gefedert und hat einen extra breiten, bequemen Lenker. Den Lenker habe ich entsprechend aufgerüstet. Von den drei Gängen benutze ich meist nur einen. Es ist genaugenommen eine Kombination zwischen Tourenrad und Mountainbike. Zum Fahren in die Berge ist es jedoch ungeeignet, und diese Disziplin muss ich ohnehin noch erlernen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm also dieses Rad. Es ging mir nicht um Schnelligkeit, ich wollte die Tour genießen und viel sehen. Außerdem wirkt dieses Rad mit seiner guten Straßenlage beruhigend auf mich, gerade bei weiteren Touren. Die Strecke, die ich mir ausgesucht hatte, ist eine mittlere, aber ich war seit ein paar Wochen nicht weiter als bis Meißen gefahren, und deshalb wertete ich mein Vorhaben als Ausnahme, von der ich aber wünsche, dass sie zur Regel wird.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In die morgendliche Stille mischte sich der Straßenlärm – Berufsverkehr zu Beginn der Tour. In Kaditz Traktoren, Lastwagen, Arbeit auf den Feldern. Hinter mir brauste ein Lastwagen heran, ich war froh, auf den Elberadweg einschwenken zu können, ehe er mir zu nahe kommen konnte.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Himmel war von Schleierwolken überzogen, und an einigen Stellen schimmerte es blau. Die Sicht war klar, zu meiner rechten Seite waren die Radebeuler Weinberge deutlich zu sehen. Gelegentlich kamen mir Radfahrer entgegen, ihrer Kleidung und Ausrüstung nach zu urteilen waren sie entweder auf dem Weg in die Stadt oder auf Tour wie ich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich die im Bau befindliche Brücke bei Niederwartha erreichte, befand ich mich plötzlich vor einer Baustellenabsperrung, die nicht die kleinste Durchfahrt ließ. Ich ärgerte mich, dachte aber nicht daran, von meinem Vorhaben abzusehen. Während ich noch überlegte, ob ich die Elbseite wechseln sollte, sah ich einen Radfahrer, der gerade von der Brücke herunter kam und auf einen schmalen Weg dicht am Wasser fuhr. Ich folgte ihm und gelangte auf eine Umleitung. Bald war ich wieder auf dem Elberadweg und fuhr weiter Richtung Coswig. Auf meinem Lieblingsrastplatz mit „Bosel-Blick“ wollte ich frühstücken, aber da ich noch nicht hungrig war, fuhr ich weiter bis Meißen. Die Bosel ist ein markanter Felsen, der immer wieder für traurige Schlagzeilen sorgt, er ist ein häufig gewähltes Ziel von Lebensmüden. Erst in der vergangenen Woche gab es dort zwei Todesfälle. An diesem idyllischen Ort liegen Weinberge, und es gibt ein paar hübsche Häuser mit Elbblick. Ich glaube aber nicht, dass ich dort gern wohnen würde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen 7.30 Uhr – um diese Zeit komme ich normalerweise im Büro an - frühstückte ich in Meißen auf einer Bank mit Blick auf Dom, Albrechtsburg und Altstadt und schätzte mich ausgesprochen glücklich. Noch war wenig los, ein paar Radfahrer und Leute, die ihre Hunde ausführten, waren unterwegs.  Hinter Meißen beginnt ein wunderschöner und ruhiger Abschnitt des Elberadwegs mit viel Landschaft, Blick aufs Wasser und nur wenigen kleinen Ortschaften, die durchquert werden. Bei Nieschütz führt der Weg von der Elbe weg und ein Stück durchs Dorf, wo aber wenig Verkehr herrscht. Die Elbe macht dann einen weiten Bogen nach rechts, und bald ist man wieder auf dem Elberadweg. Von da an ist es nicht mehr weit bis Diesbar-Seußlitz. Von Dresden-Nord bis nach Meißen fährt man etwas mehr als 20 Kilometer, bis Diesbar sind es noch einmal 12 Kilometer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wetter war so ideal, und das Fahren gefiel mir so gut, dass ich mit dem Gedanken zu spielen begann, bis Riesa zu fahren. Ich bin diese Strecke schon einmal gefahren und traute sie mir durchaus zu. Von Diesbar aus wären es noch an die 15 Kilometer bis Riesa gewesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich rastete in Diesbar auf einer Bank und überlegte noch kurz, aber im Grunde hatte ich mich schon entschieden. Unser Wohnzimmer mitsamt der bereits angerührten Wandfarbe erwartete mich, und ich wollte nicht gar so geschafft an die Arbeit gehen. Also hob ich mir den Wunsch für einen anderen Tag auf – ich hoffe, es gibt noch ein paar schöne Wochenenden in diesem Jahr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg wurde ich auf einen archäologischen Lehrpfad aufmerksam. Die Gegend war schon in der Bronzezeit besiedelt, auf den Felsen ringsum befanden sich Burgen, und im Elbbogen hatte es eine Furt gegeben, die von den Burgen aus bewacht wurde. &lt;br /&gt;Ich habe immer wieder darüber nachgedacht, wie es wäre, später einmal aus der Stadt ins Umland zu ziehen, und die Gegend um Meißen herum wäre eine, die ich mir gut als Wohnsitz vorstellen könnte.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wieder fuhr ich durch Nieschütz. Die Möglichkeit, Spargel anzubauen, wäre ein weiteres Argument, sich dort anzusiedeln. Aber nun sah ich die Häuser an, Musterhaus an Musterhaus, mustergültig gepflasterte Einfahrten davor, schnurgeraden Beete mit schnurgeraden Pflanzreihen, sorgsam niedergemähter Rasen mit sorgsam gestutzten Gehölzchen, hier und da ein Töpfchen, vereinzelte Blumenranken, sorgfältig festgebunden. So sehr ich diese Gegend liebe – wohnen möchte ich dort auf keinen Fall. Im Angesicht dieses Spätsommertages fuhr ich lieber vorbei. Gibt es einen innigeren Genuss als den im Bewusstsein der Vergänglichkeit? Ist nicht jedes wahre Glück flüchtig? &lt;br /&gt;Ich kann nicht für die Allgemeinheit, sondern nur für mich sprechen, wenn ich meine, dass Freiheit immer auch Freiheit von etwas ist. Und Glück, der Freiheit beraubt, ist keines. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich meine Tour nicht weiter ausgedehnt hatte, nahm ich mir noch Zeit, den ausgeschilderten Rastplatz mit Elbblick anzufahren. Man fährt bei Nieschütz etwa 200 Meter auf einer Holperpiste Richtung Elbe. Der Rastplatz war eine Enttäuschung, weil der Zugang zur Elbe durch einen Weidezaun versperrt und der Blick auf die Felsen und den Elbbogen von einem Maisfeld verdeckt wurde. Man sollte wohl vorher schauen, wie hoch der Mais steht, ehe man hinunter fährt, aber das kann jemand, der zum ersten Mal den Rastplatz aufsucht, nicht wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die geliebte Landschaft streifend, fuhr ich wieder Richtung Meißen, rastete kurz an der Elbe und fuhr dann zügig nach Hause zurück. Da ich noch so gut in Form war, dachte ich sehnsüchtig an weitere Strecken, bis mir klar wurde, dass ich diese Leichtigkeit beim Fahren dem Rückenwind verdankte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7653450714016133641-6136473311929850376?l=glueckaufzweiraedern.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/feeds/6136473311929850376/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/08/3172009-dresden-diesbarseulitz-und.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/6136473311929850376'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7653450714016133641/posts/default/6136473311929850376'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://glueckaufzweiraedern.blogspot.com/2009/08/3172009-dresden-diesbarseulitz-und.html' title='31.7.2009 Dresden – Diesbar/Seußlitz und zurück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry></feed>
